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Symbolfoto.

Waffennarr aus Weilheim vor dem Landgericht

Kriminell oder krank?

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Weilheim - Ein Waffennarr aus Weilheim beschäftigt seit Jahren die Justiz. Nun hat das Landgericht die Aufgabe herauszufinden, wie der 26-Jährige tickt.  

 Er war mit verbotenen Waffen unterwegs und lud auf Facebook Fotos mit Hakenkreuzen hoch. So viel scheint bisher klar. Unklar ist jedoch der Hintergrund der Geschichte. Waren die Taten einfach kriminell, oder ist der 26 Jahre alte Bäcker aus Weilheim psychisch krank und damit vermindert schuldfähig? Mit seinen widersprüchlichen und wirren Angaben beschäftigt der Angeklagte nun seit 2014 die Justiz mit derselben Geschichte – inzwischen steht er deshalb bereits das dritte Mal vor Gericht. Seit dem gestrigen Mittwoch muss die erste Strafkammer des Landgerichts München II über seine Zukunft entscheiden.

Angefangen hatte alles vor dem Amtsgericht Weilheim. Dieses verurteilte den Bäcker im September 2015 wegen mehrerer Waffendelikte, Urkundenfälschung sowie des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Die Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt, weil er vor Gericht eine „rechtsfeindliche Gesinnung“ gezeigt habe, so die Richterin. So hatte er dort gesagt, er sei zum „Menschenfeind“ geworden und habe Gewissen und Mitgefühl abgeschaltet, weil man ihm die Waffen weggenommen habe. Was er vorhabe, werde man sehen.

Der Bäcker hatte sich mit einer gefälschten Waffenbesitzkarte vor zwei Jahren in München eine Pistole „Glock 17“ gekauft und diese geladen mit sich herumgetragen. Er besaß auch noch weitere verbotene Waffen: ein Nun-Chaku (Würgeholz), ein Springmesser, ein Butterflymesser und Munition. Außerdem fotografierte er Orden, Abzeichen, Spangen und Dolche, die mit Hakenkreuzen beziehungsweise dem Totenkopf der SS-Wachmannschaften der Konzentrationslager versehen waren, und lud sie auf sein ungeschütztes Facebook-Profil.

Der Weilheimer legte Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts ein – angeblich auf Drängen seines Vaters, wie er gestern vor Gericht sagte. Bei der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht kam ein Psychiater zu dem Ergebnis, dass der 26-Jährige unter einer „schleichenden Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis“ leidet. Deshalb sei er vermindert schuldfähig. Folge: Er wurde vorläufig in die Psychiatrie nach Haar eingewiesen. Nun muss die große Strafkammer entscheiden, ob er dort bis auf Weiteres bleiben muss.

Gestern nun legte der Angeklagte eine Rolle rückwärts hin: Er habe den Psychiater belogen und psychologische Tests manipuliert, damit er als vermindert schuldfähig gelte. Dadurch habe er sich eine Bewährung erhofft. Doch der Schuss sei nach hinten losgegangen: „Ich wollte nicht in eine psychiatrische Klinik. Das alles hat genau zur falschen Entscheidung geführt.“

Auch früher schon habe er Lügen erzählt – angeblich, um als starker Typ dazustehen. Und um in die Zeitung zu kommen und berühmt zu werden. „Ich wollte halt einen auf Gangster machen. Das ist der Hauptgrund, warum wir hier sitzen.“ So hatte der 26-Jährige etwa Folgendes behauptet: Er habe viel Ecstasy und Kokain konsumiert, sei ein Kämpfer und zum Salafismus konvertiert.

Mehrere Ärzte, bei denen er in Behandlung war, stellten ihm auch kein gutes Zeugnis aus: Er habe „erhebliche Gewaltfantasien“ und sei „eine tickende Zeitbombe“, heißt es in den Gutachten.

Das Landgericht hat nun die schwierige Aufgabe, herauszufinden, wie der Weilheimer wirklich tickt.

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