Mai 2006: Über 300 Besucher  waren zur Stadtratssitzung in die Stadthalle gekommen.

Weilheimer Verkehrsplanung

Liegt die Umfahrung im Osternest?

Weilheim - In der Woche vor Ostern zeigt sich, ob die Umfahrung von Weilheim in den Entwurf für den Bundesfernstraßenplan aufgenommen wird. Ist sie drin, geht die Arbeit erst richtig los, auch die Bürger sind dann gefragt.

Es ist zehn Jahre her, dass das Thema „Umfahrung“ die Gemüter der Weilheimer zuletzt erhitzte. Damals wurde heftig darüber gestritten, ob die B 2 im Westen, also durch das Weilheimer Moos, wie von der CSU favorisiert, oder im Osten durch das Gögerl, wie von den BfW bevorzugt, um die Stadt herumgeführt werden soll. Einigung gab es keine, und so wurden beide Varianten in den neuen Flächennutzungsplan der Stadt eingezeichnet.

Nun kommt das 35-Millionen-Euro-Projekt „Umfahrung“ erneut aufs Tapet. In der Woche vor Ostern soll der Entwurf für den nächsten Bundesfernstraßenplan veröffentlicht werden, in dem die Projekte festgehalten sind, die in den nächsten zehn bis 15 Jahren Priorität haben. Ein bisschen Hoffnung, dass die Weilheimer Umfahrung drinsteht, schürte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bei seinem Vortrag bei der IHK in Weilheim, mehr aber auch nicht.

„Für mich war das nichts Neues“, sagte Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfW) zu des Ministers Äußerungen. Die Stadt habe das Vorhaben gemeldet, jetzt müsse halt abgewartet werden, „ob’s ein Osterei gibt“.

Wenn die Umfahrung in den Entwurf aufgenommen wird, „dann geht die Arbeit erst los“, so Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamtes. Ehe der Bundesfernstraßenplan als Gesetz verabschiedet werde, werden laut Kordon erstmals auch die Bürger in einem Internet-Dialog um ihre Meinung zu den Vorhaben gebeten.

Die Aufnahme in den Bundesfernstraßenplan „ist keine Baugenehmigung“, so Kordon. Für das Bauamt sei sie aber der Startschuss für Planungen. Die müssten im Lauf des Verfahrens mehrfach beim Bund zur Genehmigung vorgelegt werden. Bis zu einem Spatenstich könnten zehn Jahre ins Land ziehen, wenn gegen den Planfeststellungbeschluss geklagt werde, dauere es länger. Für die Bauzeit rechnet Kordon mit weiteren drei bis vier Jahren, je nach Variante.

Brigitte Gretschmann

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