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Dieses Haus hätte abgerissen werden sollen. Der Vorgang musste wegen einem Mehlschwalben-Nest gestoppt werden.

Neubau von Sozialwohnungen an der Lindenstrasse

Mehlschwalben verhindern Hausabriss

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Weilheim - Wegen Jungvögeln musste der Abriss eines Hauses in Weilheim gestoppt werden. Die Wohnbau GmbH hofft, dass die unter Artenschutz stehenden Mehlschwalben bald flügge werden.

Die Abbruchgenehmigung für die drei alten Wohnblocks an der Lindenstraße liegt vor, zu Wochenbeginn sind die Bagger angerollt. Doch eine Schar kleiner Jungvögel macht der „Wohnbau Weilheim“, die anstelle der drei Blocks den „Lindenpark“ mit 37 neuen Sozialwohnungen erstellen will (wir berichteten), einen Strich durch die Rechnung: Im Dach eines Gebäudes nisten Mehlschwalben, die gerade in mehreren Nestern ihren Nachwuchs großziehen.

Da die Mehlschwalben unter Artenschutz stehen, musste der Bagger von dem Block, in dem sich die Nester befinden, (fast) unverrichteter Dinge wieder abziehen. Laut „Wohnbau“-Geschäftsführer Felix Nuss hat die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes bei einem Ortstermin „klar gesagt, dass die Vögel bleiben müssen“, er sei jedoch optimistisch, dass die Jungvögel bald flügge werden und den Weg freimachen für die weiteren Abbrucharbeiten.

„Wir haben für den Abbruch von jedem Block eine Woche angesetzt“, so Nuss, jetzt würden halt erst die beiden anderen plattgemacht. Das letzte Wort hat aber die Untere Naturschutzbehörde.

Zwei bis sechs Eier brüten Mehlschwalben in der Regel in ihren Nestern aus. Die Zugvögel halten sich von April bis September bei uns auf. Sie haben aber zunehmend Probleme, Platz und Material für ihre Nester zu finden, sodass ihr Bestand rapide abnimmt. Das Foto entstand bei der "Stunde der Gartenvögel" im Landkreis Weilheim-Schongau.

Laut Hans Rehbehn, Sprecher des Landratsamtes Weilheim-Schongau, kann der Abriss des Hauses erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Vögel die Nester verlassen haben. Zudem werden in den Bauantrag, der gerade zur Genehmigung im Landratsamt liegt, Auflagen aufgenommen, um den Mehlschwaben im nächsten Jahr wieder eine Brutmöglichkeit zu geben. So müssen in dem neuen Gebäude vier Nisthilfen angelegt werden, und zwar auf der gleichen Seite, auf der jetzt die Nester liegen. Bis März 2017 muss dies laut Rehbehn erfolgt sein, denn die Mehlschwalben kehren in der Regel im April aus Afrika nach Bayern zurück.

Dass sich Schwalben in dem Block einquartiert haben und dort auch Junge haben, das fiel einem aufmerksamen Anwohner aus der Nachbarschaft auf. Der setzte sich unter anderem mit Grünen-Stadtrat Alfred Honisch in Verbindung. Laut Honisch war der Vertreter der Abbruchfirma „vor Ort sehr kooperativ, auch wenn es ihm nicht so ganz ins (Abbruch-)Konzept gepasst hat“.

Für Nuss ist die ganze Angelegenheit „nicht tragisch“, das könnte sich aber ändern, wenn die Vögel „längerfristig nicht ausfliegen“. Denn der Zeitplan für den Bau des sieben bis acht Millionen Euro teuren „Lindenparks“ ist eng getaktet: Baustart soll im Herbst 2016 sein, vorausgesetzt, die Baugenehmigung durch das Landratsamt erfolgt demnächst. Der Einzug der neuen Mieter ist für Ende 2017/Frühjahr 2018 vorgesehen. Im „Lindenpark“ entstehen 37 Wohnungen: von der Ein-Zimmer- bis zu Fünf-Zimmer-Wohnung.

In den drei alten Wohnblocks gab es laut Nuss 24 Wohnungen. Einige standen in letzter Zeit schon leer, so dass letztlich für die Mieter von 20 Wohnungen eine neue Unterkunft gefunden werden musste. Zuletzt hatte das Landratsamt einige der Wohnungen noch übergangsweise für Asylbewerber angemietet. Auch sie zogen in andere Wohnungen um.

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