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Mietervereinsvorsitzender Georg Werkmeister (2.v.l.) mit seinem Vorstandsteam, das bei der Mitgliederversammlung einstimmig wiedergewählt wurde: (v.l.) Monika Stredele (Kassierin), Manfred Stredele (zweiter Vorsitzender), Christine Koch (Schriftführerin) und Eduard Kohlhofer (Revisor).

Mieterverein Weilheim und Umgebung

Nach der Mietpreisbremse fragt keiner

Weilheim - Wie muss meine Wohnung aussehen, wenn ich ausziehe? Fragen wie diese muss der „Mieterverein Weilheim und Umgebung“ beantworten. 

 25 Mitglieder hatte der Verein bei seiner Gründung 1985. Heute sind es über 2500. Und die haben viele Fragen, wie beim ersten Vorsitzenden, Georg Werkmeister, zu erfahren ist. Rund 1000 Beratungen pro Jahr, so schätzt der Rechtsanwalt, wickelt der Verein ab. Derzeit laufen alle Anfragen beim ersten Vorsitzenden selbst ein. Doch laut Werkmeister soll wieder ein zweiter Ansprechpartner hinzukommen.

Auch wenn der Verein nicht bei der Wohnungssuche helfen kann und keine Statistik über die Mietpreise führt – dass günstige Wohnungen in Weilheim knapp sind, kann Werkmeister bestätigen. Es spiegle sich auf dem Wohnungsmarkt wider, dass die Kreisstadt ein interessanter Wohnort ist, „der einen erheblichen Zuzug hat“. Doch dieser sei durchaus gewünscht, so Werkmeister: „Die Stadt Weilheim will ja den Zuzug.“

Gute Einkaufsmöglichkeiten, eine breite Auswahl an Schulen, günstige Verkehrsverbindungen – alles das mache den Ort attraktiv. Die Mieten in der Kreisstadt seien deutlich gestiegen, sagt Werkmeister, „aber nicht unangemessen“.

So breit gefächert die Themen bei der Beratung durch den „Mieterverein Weilheim und Umgebung“ sind – nach der sogenannten Mietpreisbremse hat sich bei ihm bislang noch keiner erkundigt. Die Mietpreisbremse gilt im Landkreis allein für Weilheim und soll Preissteigerungen bei Wiedervermietungen begrenzen. Dass es beim Verein keinen Beratungsbedarf dazu gibt, liege daran, dass das Thema schwer zu fassen sei, nimmt Werkmeister an. „Es fehlt im ganzen Umkreis ein Mietpreisspiegel“, kritisiert er.

Die in Weilheim ebenfalls geltende Kappungsgrenze spiele beim Mieterverein schon eine Rolle. Sie soll verhindern, dass die Miete bei vermieteten Wohnungen um mehr als 15 Prozent binnen drei Jahren angehoben werden kann.

Mit einem Musterprozess will der Verband „Haus und Grund Weilheim“, in dem Immobilieneigentümer zusammengeschlossen sind, aktuell erreichen, dass die Senkung der Kappungsgrenze von 20 auf 15 Prozent in Weilheim als unrechtmäßig eingestuft wird (wir berichteten). Doch die Aussichten dafür sind laut Werkmeister zumindest vor dem Landgericht nicht gut: Dieses habe signalisiert, dass die gerade laufende Berufung von „Haus und Grund“ keinen Erfolg haben werde. Und nach Werkmeisters Meinung liegen die Kläger, die gern bis vor den Bundesgerichtshof ziehen möchten, mit ihrem Ansinnen in der Tat falsch.

Stephanie Uehlein

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