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Umringt von Kindern: Christina Jaud arbeitet inzwischen bei der Polizei Murnau. 

Nach Wohnungsbrand im August 2015

Rettungsmedaille für junge Polizistin

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Weilheim - Unter Einsatz ihres Lebens hat die Polizistin Christina Jaud im vergangenen August zusammen mit einem Kollegen eine Weilheimerin (48) aus ihrer brennenden Wohnung gerettet. Dafür wird den beiden heute die Bayerische Rettungsmedaille verliehen.

 Die Mitarbeiter des Rettungsdienstes hatten die Hoffnung schon aufgegeben. „Sie sagten: ,Da kann man nicht mehr reingehen’“, erinnert sich Christina Jaud. Zu dick war der Rauch, der aus der offenen Terrassentür des Ein-Zimmer-Appartements an der Sondermayerstraße in Weilheim qualmte (wir berichteten). Dennoch zögerte die Polizistin aus Bad Tölz, die damals bei der Inspektion in Weilheim arbeitete, keine Sekunde. Sie ließ sich auf den Boden fallen und kroch unter den halb heruntergelassenen Rollläden in das Flammeninferno.

„Im Nachhinein habe ich mir schon gedacht: ,Was hast du denn da gemacht?’“, so Jaud. Ein Feuerwehrmann sagte ihr später: „Zwei Atemzüge und Sie wären tot gewesen.“ Es blieb bei einer leichten Rauchvergiftung, weil Jaud wusste, dass sie nahe am Boden bleiben musste, wo der Rauch noch nicht schwarz war. Über die Gefahren nachgedacht hat sie während des Einsatzes Ende August 2015 nicht. „Das war eher eine Kurzschlussreaktion“, sagt Jaud. „Ich wusste: Wenn ich nicht reingehe, stirbt der Mensch da drin.“

Für ihren selbstlosen Einsatz wird die 27-Jährige heute von Ministerpräsident Horst Seehofer mit der Bayerischen Rettungsmedaille ausgezeichnet – zusammen mit 86 anderen Lebensrettern aus ganz Bayern. „Ich habe mich total gefreut, als ich davon erfahren habe“, sagt Jaud.

„In der Wohnung war alles voller Rauch, sehen konnte ich überhaupt nichts“, so Jaud. Deshalb schlug sie immer wieder mit der Hand auf den Boden und schrie „hierher, hierhier!“. Sie selbst wurde durch ihren Kollegen Jean-Philippe Postruzin gesichert, der sie am Fuß festhielt, damit er sie bei Bedarf wieder hätte herausziehen können. Plötzlich bekam Jaud einen Fuß zu fassen: Durch das Adrenalin aufgeputscht, gelang es der zierlichen Polizistin, die Frau in Richtung Terrassentür zu ziehen. „Wenn sie nicht irgendwann mitgeholfen hätte, hätte ich es aber nicht geschafft“, so die 27-Jährige. Insgesamt dauerte die Aktion vielleicht eine halbe Minute – und hätte auch keine Sekunde länger dauern dürfen: Kaum, dass die beiden Frauen die inzwischen lichterloh brennende Wohnung verlassen hatten, rissen die Rollos und versperrten den rettenden Ausweg.

Ausgebrochen ist das Feuer wohl, weil sich die Frau etwas hatte kochen wollen und gleich drei Herdplatten auf einmal angeschaltet hatte. Da sie sich dann aber schlafen legte, fingen das Regal über dem Herd und diverse andere Gegenstände in der Nähe des Elektrogeräts Feuer. Die Weilheimerin erlitt eine schwere Rauchvergiftung und musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Sie hat überlebt – dank Jaud und ihrem Kollegen, die an diesem Tag beide in der Weilheimer Polizeiinspektion Dienst hatten. Das Gebäude liegt Luftlinie nur etwa 200 Meter vom Unglücksort entfernt, schätzt Jaud, sodass die beiden Beamten schnell vor Ort waren. Als Heldin fühlt sich die Tölzerin trotz ihres selbstlosen Einsatzes übrigens nicht: „Ich bin nur meinem Instinkt gefolgt“, sagt sie.

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