Hier soll die neue Berufsschule gebaut werden.

50-Millionen-Euro-Projekt

Neubau der Berufsschule „auf Kante genäht“

Weilheim - Die Planungen fürs teuerste Projekt in der Geschichte des Landkreises schreiten voran:  Kreis- und Schulausschuss haben das Raumprogramm für das 50-Millionen-Euro-Projekt „Berufsschule“ festgelegt. 

„Nur sehr schweren Herzens“ habe er den abgespeckten Plänen zugestimmt, sagte Schulleiter Dr. Burkhard Küster bei der rund dreistündigen Sitzung im Landratsamt an der Stainhartstraße. Die Funktionalität der Schule bleibe aber erhalten. „Die Planungen sind auf Kante genäht, weniger geht nicht.“ Ansonsten müsste man das ganze Projekt in Frage stellen, so Küster nach der Sitzung, an der auch Planer, Objektsteuerer und Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl teilnahmen.

Verzichten muss die gewerblich-technische Berufsschule, die neu am Narbonner Ring gebaut wird, zum Beispiel auf Räume für Asylbewerber-Klassen, die sollen womöglich in der alten Schule an der Kerschensteinerstraße untergebracht werden. In dieser stehen aktuell 8500 Quadratmeter für rund 1700 Berufsschüler zur Verfügung.

Kleiner werden neben Aula und Mensa auch die Fachräume sowie die Werkstätten für die Berufsschüler. Teilweise fallen Umkleiden und Waschräume weg. Verzichten muss die Schule auch auf einen neuen Ausbildungszweig im Bereich „Metall“. Auch dafür ist schlicht kein Platz.

Großen Wert legen Landratsamt, Planer und Objektsteuerer auf die „Lebenszyklus-Kosten“ des Gebäudes, die sich in der Regel über vier oder fünf Jahrzehnte erstrecken. Laut Florian Steinbach vom Landratsamt machen Planung und Bau nur rund 20 Prozent dieser Gesamtkosten aus, aber rund 80 Prozent entfallen auf die weiteren Nutzungskosten (das wären 200 Millionen Euro). „Wir können kaum zu viel ausgeben für eine gute Planung“, so Steinbach auch in Anspielung auf versteckt geäußerte Kritik wegen der „hohen Architekten-Honorare“.

Geklärt scheint die Frage der Parkplätze: Sowohl Planer als auch Ausschussmitglieder sind sowohl gegen eine Tiefgarage als auch gegen ein Parkdeck. Die rund 160 Stellplätze sollen aus Kostengründen ebenerdig angelegt werden. Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfL), der auch Mitglied im Kreisausschuss ist, mahnte eine zügige Klärung dieser Frage an, da diese für das Genehmigungsverfahren, bei dem die Stadt Weilheim ein Mitspracherecht hat und das parallel läuft, wesentlich sei. Laut Kämmerer Norbert Merk spart sich der Landkreis durch das abgespeckte Raumprogramm um rund 1300 Quadratmeter rund 4,6 Millionen Euro. Trotzdem geht der Kämmerer von Gesamtkosten in Höhe von 50 Millionen Euro plus Grundstückskosten (rund 3,5 Millionen) aus.

In ersten Überlegungen vor rund fünf Jahren war noch von rund 36 Millionen Euro die Rede gewesen. Vor zweieinhalb Jahren beschloss der Kreistag dann den Neubau am Narbonner Ring. Im September dieses Jahres wollen die Planer in Abstimmung mit dem Landratsamt Vorentwurf und Kostenschätzung präsentieren. Wenn im Oktober 2017 die Genehmigung vorliegt, soll im Januar 2018 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die ersten Berufsschüler sollen dann im September 2020 unterrichtet werden. Vorher allerdings muss der Kreistag dem Raumprogramm noch zustimmen.

Johannes Thoma

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