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Patrick Voß (rechts) ist einer der Ersten, die beim BRK im Landkreis zum Notfallassistenten ausgebildet werden. Peter Lanzner (links) und  begrüßt, dass es den neuen Beruf gibt. 

Weilheim 

Doppelbelastung fürs Rote Kreuz

 Der Rettungsassistent wird abgeschafft und durch denNotfallassistenten ersetzt. Das wird beim Roten Kreuz im Landkreis  begrüßt, schafft aber auch Probleme.

Weilheim– Notwendig ist dies wegen einer Änderung des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes. Bis 2024 soll der Rettungsassistent, für den ein Jahr Schule und ein Jahr Praktikum nötig sind, abgeschafft sein. Ende 2020 müssen aber alle Rettungsassistenten zu Notfallassistenten weitergebildet worden sein – auch beim BRK im Landkreis.

„Das stellt uns vor zwei Herausforderungen“, sagt Peter Lanzner, der Ausbildungsleiter des BRK im Landkreis: Sechs der 40 Rettungsassistenten gingen in Ruhestand. Die verbliebenen 34 Kollegen müssten ihrer Tätigkeit nachgehen, aber auch weitergebildet werden. Anfänger müssten bereits jetzt mit der dreijährigen Ausbildung für das neue Berufsbild beginnen. „Das ist jetzt die Kunst, diese Zeit zu überbrücken, bis die ersten Auszubildenden fertig sind“, sagt Michael Limbrunner,Rettungsdienst-Leiter des BRK-Kreisverbands.

Der Kreisverband hat schon im Juni vergangenen Jahres mit der Weiterbildung der Rettungsassistenten begonnen. Zwischen 80 und 960 Stunden müssen für ihre Qualifikation veranschlagt werden – je nach Ausbildungsstand. Zudem befinden sich derzeit zehn junge Männer und Frauen in der Ausbildung zum Notfallassistenten. Ab Oktober werden es insgesamt 15 Azubis sein.

Limbrunner sieht der Doppelbelastung aber relativ gelassen entgegen: „Wenn alles so weiterläuft, bekommen wir es hin.“ Dennoch gebe es besonders in dieser Umbruchsphase Zeiten, in denen es schwierig sei, die 24-Stunden-Bereitschaft an den fünf Standorten Steingaden, Schongau, Weilheim, Penzberg und Peißenberg und die Zwölf-Stunden-Bereitschaft in Bernried aufrecht zu erhalten. Zum Beispiel, wenn mehrere der Einsatzkräfte krank seien.

Auch wenn die kommenden Jahre schwierig seien, Limbrunner und Lanzner begrüßen die Aufwertung des Berufes zum Notfallassistenten. „Das ist absolut sinnvoll, dadurch werden Kompetenzen erweitert“, sagt Lanzner. Der besser ausgebildete Notfallassistent darf nämlich mehr als der Vorgänger, zum Beispiel Schmerzmittel verabreichen, wenn der Notarzt noch nicht eingetroffen ist, und: er verdient auch besser. Limbrunner geht davon aus, dass sich durch die Aufwertung mehr junge Leute für den Beruf des Notfallassistenten entscheiden und eine gute Notfallversorgung sichergestellt bleibt.

Wie wichtig dies ist, zeigen die Einsatzzahlen in der letzten Woche des vergangenen Jahres: Rettungswagen, Krankenwagen, Notarzt, und Helfer vor Ort sind zwischen Heiligabend und Neujahr 679 Mal zu Einsätzen ausgerückt, davon waren 455 Notfälle.

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