Ganz entspannt: Im Kreißsaal sollen die Frauen auf natürliche Weise ihre Kinder auf die Welt bringen. Von rechts Dr. Solveig Groß, Georg Leis und Thomas Lippmann. Foto: Gronau

Neue Chefärztin für die Geburtshilfe

Weilheim - Die Geburtshilfe soll an den Krankenhäusern in Weilheim und Schongau erhalten werden. Keine leichte Aufgabe für Chefärztin Dr. Solveig Groß (46),

Bevor Solveig Groß ihre Stelle in Weilheim angetreten hat, war sie fünf Wochen lang in einer anderen Welt unterwegs, einem Land mit besonders hoher Mütter-und Kindersterblichkeit: Sie arbeitete fünf Wochen lang für „Ärzte ohne Grenzen“ in Myanmar (Birma), wo sie eine Schwangerschaftsberatung mit aufbaute. Die Geburtshilfe liegt ihr besonders am Herzen. Sie möchte den Frauen Mut machen, „ihr Kind auf natürliche Weise auf die Welt zu bringen“, wobei sie sich „wieder mehr Geburtshilfe statt Geburtsmedizin“ wünscht.

Groß, Mutter von drei Kindern im Alter von 13, 18 und 20 Jahren, hat nach ihrem Studium in München zuletzt viereinhalb Jahre als Oberärztin im Klinikum in Dachau gearbeitet. Seit 2012 hat sie eine eigene Praxis in Tutzing. Das Weilheimer Krankenhaus ist ihr nicht fremd, da sie dort schon seit längerem in der Geburtshilfe tätig ist.

Die neue Chefärztin arbeitet in Weilheim mit einem Team aus zwei Oberärztinnen, vier Assistenzärztinnen und einem Assistenzarzt. Zudem werden in Weilheim weiterhin drei Belegärzte Betten haben.

In Schongau stellt sich die Situation anders dar: Dort muss die Frauenklinik erst noch aufgebaut werden, bisher organisieren sich die drei Belegärzte selbst. Laut Lippmann soll die Hauptabteilung „in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres“ geschaffen werden, der genaue Zeitpunkt hänge aber davon ab, wann einer der drei Ärzte in Ruhestand geht.

Ein Schwerpunkt der Arbeit von Solveig Groß wird die Behandlung von Gebärmuttermyomen sein, die vor allem Frauen zwischen 30 und 50 Jahren zu schaffen machen, also jenen mit in ihren Augen „zu spätem Kinderwunsch“. „Das kollidiert dann“, so Solveig Groß. Sie setzt deshalb auf die „Schlüssellochchirurgie“ sowie auf medikamentöse und radiologische Verfahren, um die Gebärmutter zu retten.

Der Erhalt der Geburtshilfe in beiden Krankenhäusern ist für den Landkreis ein Zuschussgeschäft, was der Kreistag aber in Kauf nehme, so Georg Leis, Geschäftsleiter des Landratsamtes. Eine „schwarze Null“ sei so schnell nicht zu erreichen.

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