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Kürbisse in allen Variationen gab es beim Sonnenacker-Abschlussfest. Mit auf dem Bild: Josef (links) und Hermine Pröbstl (Dritte von links), Inge Putzier (Sechste von links), Claus Creutzner (Fünfter von rechts) Stephan Kraus (Vierter von rechts.) Brigitte Honold (Dritte von rechts) und Heiner Putzier (Zweiter von rechts) und Asylbewerber. 

Weilheim-Schongauer-Land feierte ihr Abschlussfest

Reichlich Ertrag auf dem „Sonnenacker“

Weilheim/Polling - Die Solidargemeinschaft Weilheim-Schongauer-Land feierte ihr Abschlussfest mit Kooperationspartnern.  Der Ertrag auf dem „Sonnenacker“ war heuer sehr gut.

Ernte gut, alles gut: Trotz wechselhafter Witterung und Mäuseplage fiel der Biogemüse-Ertrag auf dem „Sonnenacker“ zwischen Polling und Weilheim auch heuer wieder üppig aus. Beim Abschlussfest, zu dem die „Solidargemeinschaft Weilheim-Schongauer-Land“ am Sonntag eingeladen hatte, herrschte jedenfalls beste Laune. Bei strahlendem Sonnenschein wurde vom Kooperationspartner „Slow-Food Pfaffenwinkel“ Kürbis- und Gemüsesuppe serviert – natürlich mit Zutaten aus eigenem Anbau. Das Projekt „Sonnenäcker“ läuft seit elf Jahren unter der Regie von Weilheim-Schongauer-Land. Ziel ist es laut Solidargemeinschaftsvorsitzender, Dr. Brigitte Honold, ein Bewusstsein für die natürliche Lebensmittelproduktion zu schaffen: „Die Leute sollen erkennen, dass gelbe Rüben manchmal auch krumm sind und man sie trotzdem essen kann.“ Auch wolle man auf das Problem der zunehmenden Bodenversiegelung aufmerksam machen: „Wenn wir irgendwann keinen Boden mehr zur Verfügung haben“, so Honold, „dann gibt es auch keine Lebensmittel mehr.“

Auf dem 0,3 Hektar großen Anbaufeld, das Landwirt Josef Pröbstl seit sechs Jahren gegen Entgelt zur Verfügung stellt, wird hingegen noch richtig „gegartelt“. Von A wie Artischocken bis Z wie Zwiebeln bauen die rund 30 Nutzergruppen alles querbeet durch die Gemüsesorten an. Zumeist sind es Familien oder Schulklassen, die den Sommer über einen sogenannten Bifang bepflanzen. Die vier jeweils 25 Meter langen Beetreihen sind bereits für einen Obolus von 48 Euro zu haben: „Das ist quasi geschenkt“, sagt Claus Creutzner, der sich mit Charlotte Seerieder, Manuela Terlecki, Tina Dieter und Stephan Kraus ehrenamtlich um die Organisation des Sonnenacker-Betriebs kümmert. Den Jahresertrag können sie nicht genau quantifizieren, weil jeder Nutzer für seinen Bifang selbst verantwortlich ist. Aber der Boden zwischen Weilheim und Polling scheint fruchtbar zu sein: „Ich habe seit zwei Monaten kein Gemüse mehr gekauft. Allein an Roter Bete habe ich 20 Kilo geerntet“, erzählt Heiner Putzier, „Slow-Food“-Vorsitzende im Pfaffenwinkel. Neben Roter Bete stand heuer auf dem Sonnenacker aber auch der Kürbisanbau hoch im Kurs. Im Rahmen einer Gemeinschaftsaktion von Weilheim-Schongauer-Land, Slow-Food und Asyl im Oberland waren unter dem Motto „ZusammenWachsen“ auch mehrere Asylbewerber auf dem Anbaufeld aktiv. Und die Geschmacksrichtung der Flüchtlinge war ziemlich eindeutig: „Afrikaner können mit Gemüse wie Fenchel nicht so viel anfangen. Die mögen lieber Kürbis“, so Honold schmunzelnd. Einige Exemplare – die Gesamtausbeute wurde auf 200 Kilo geschätzt – landeten in Putziers Kürbissuppe. Bereits „garantiert“ ist laut Creutzner, dass das Sonnenacker-Feld in Nähe des Prälatenwegs auch im nächsten Jahr bestellt wird: „Die Lage mit dem Bergblick ist traumhaft“, sot Creutzner. Und gegen die Mäuseplage soll auch Abhilfe geschaffen werden. Pröbstl bot beim Abschlussfest an, den Acker an eine benachbarte Stelle umzusetzen. Mit den Privatgärtnern kommt der Pollinger Landwirt übrigens bestens aus: „Mir gefällt es, wenn die Leute oder Schulklassen hier draußen arbeiten. Es gibt keine Probleme.“

Neben dem Sonnenacker zwischen Polling und Weilheim betreibt Weilheim-Schongauer-Land noch drei weitere Felder an der Hardtschule, zwischen Peißenberg und Oderding sowie westlich der Ammer zwischen Weilheim und Oderding.

Nähere Informationen

auf der Homepage: www.unserland.info/netzwerk/solidargemeinschaften/73-weilheim-schongauer-land.

Bernhard Jepsen

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