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Mit ein paar Schaufeln Sand wurde der symbolische Spatenstich vollzogen von (v.l.) Hans Niggl (Bayerische Eisenbahngesellschaft), Hans-Peter Böhner. Markus Loth, Klaus-Dieter Josel, Alexander Dobrindt, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Landtagsabgeordneter Harald Kühn und Bezirksrätin Alexandra Langer.

Spatenstich für Umbau des Bahnhofs Weilheim

Arbeiten unter rollendem Rad

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Weilheim - Der Weilheimer Bahnhof mausert sich zu einer Großbaustelle. Bis nächsten Sommer soll er barrierefrei umgebaut sein. Am heutigen Dienstag gab es dazu eine kleine Erdbewegung von prominenter Hand. „Offizieller Spatenstich“ nannte sich dies.

Eine knappe dreiviertel Stunde dauerte der offizielle Spatenstich, mit dem offiziell der Startschuss für den 11.5 Millionen Euro teuren Umbau gegeben wurde. Jahrelang war um dieses Vorhaben gerungen worden, vor allem wegen der Kosten. Nun sieht es so aus, dass der Bund rund 8,8 Millionen Euro davon übernimmt. Der Freistaat Bayern und die Bahn teilen sich den Rest. Das sei eine Menge Geld, so Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel, doch Weilheim sei mit seinen durchschnittlich knapp 9000 Reisenden pro Werktag „ein bedeutender Bahnhof“. 

Im nächsten Sommer wird er dann auch einer der insgesamt rund 400 barrierefrei ausgebauten Bahnhöfe im Freistaat sein, über 600 Bahnstationen erfüllen derzeit diese Vorgaben noch nicht.

 In vier Stufe soll der Umbau erfolgen, der bereits mit der Errichtung eines Behelfsbahnsteigs an Gleis 7 begonnen hat. „Wir bauen ja unter dem rollenden Rad“, so Josel in Anspielung darauf, dass der Zugverkehr in dem Knotenbahnhof aufrecht erhalten werden muss. In diesen Tagen wird der Abriss und der Neubau des Bahnsteigs an Gleis 2 und 3 beginnen, inklusive Umbau der Gleise und Neuanlage von Dach und Beleuchtung.

 Von September bis November wird an Gleis 4 ein Behelfsbahnsteig angelegt, weil der dortige Bahnsteig umgebaut wird und von Februar bis Mai 2017 geschieht das Gleiche an Gleis 1. Zudem werden, so Josel, drei Aufzüge eingebaut, die im Jahr 2017 Zug um Zug in Betrieb gehen.

 Dass dieser wie Josel meinte „ehrgeizige Zeitplan“ auch eingehalten wird, darauf drängte Verkehrsminister Alexander Dobrindt. Denn knapp vor der Bundestagswahl im kommenden Jahr, für die er wieder kandidieren wolle, dürfe es keine Verzögerungen geben, sagte er halb ernst, halb ironisch. „Mit dem barrierefreien Aus- und Umbau steigern wir Qualität, Sicherheit und Attraktivität für Pendler und Reisende“, so Dobrindt. Das Bahnfahren im Oberland, so der Minister weiter, erhalte einen Modernisierungsschub. 

Dass Bayern beim barrierefreien Ausbau von Bahnhöfen „eine großen Nachholbedarf hat“, unterstrich Hans-Peter Böhner, die die Oberste Baubehörde vertrat. Weilheim sei einer der „aufkommensstärksten Bahnhöfe in Bayern“, der bislang nicht frei von Hindernissen sei. 

Erst der Umbau des Bahnhofs, dann Bau des Busbahnhofs – und zwar in einem nahtlosen Übergang: Das kündigte Weilheims Bürgermeister Markus Loth an. Die Barrierefreiheit, so Loth, sei nicht nur für Menschen mit Handicaps wichtig, sondern für alle Pendler und Reisenden – junge Familien ebenso wie Menschen mit schwerem Gepäck. 

Laut Loth sind für den Bau des Busbahnhofs aber noch einige Abstimmungen zwischen der Bahn und der Stadt notwendig. Sie möchte die lokale „Agenda 21“, dass „noch an einigen Stellschrauben gedreht wird“ (Bericht folgt), die Stadt selbst sehe noch Verhandlungsbedarf in Sachen „Überdachung“. Bislang, so Loth, besteht nämlich eine Lücke zwischen dem Dach des Busbahnhofs und dem des Bahnhofs.

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