Grünanlage vor der Stadtmauer

Der Traum vom südlichen Flair

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Peißenberg - Ein Landschaftsarchitekt präsentierte eine Machbarkeitsstudie für eine Grünanlage vor der Stadtmauer am Oberen Graben. Mediterran soll es werden.

Mancher Stadtrat träumt schon von einem kleinen Park mitten in der Altstadt, in dem sich Jung und Alt zwanglos treffen – „wie in Italien, wie im Süden“, so geriet Stefan Zirngibl (CSU) in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung fast ins Schwärmen. Jedenfalls soll die Grünfläche vor der Stadtmauer am Oberen Graben, da sind sich im Rathaus alle einig, künftig „mehr Aufenthaltsqualität“ bekommen. Zuletzt war sie ja jahrelang vor allem als Abstellfläche für Baufahrzeuge und Baumaterial genutzt worden; was nun übrigens einem weiteren Baum den Garaus machte (siehe Kasten).

Was überhaupt möglich wäre auf der recht übersichtlichen Fläche, das hat der Münchener Landschaftsarchitekt Andreas Rockinger im Auftrag der Stadt untersucht und seine „Machbarkeitsstudie“ nun in der November-Sitzung des Bauausschusses vorgestellt. Sein erster Vorschlag: Der Gehsteig am Oberen Graben, der aktuell beispielsweise für Senioren mit Gehwagen zu eng und holprig ist, sollte in die Grünanlage verlegt werden – auf die Nordseite der großen Bäume.

Gehsteig soll verlegt werden

Außerdem schlägt Rockinger vor, den erhöhten Bereich an der Mauer selbst (mit den beliebten Sitzbänken) etwas zu erweitern; der Planer spricht von einem „Stadtbalkon“, der hier entstehen könnte. Dazu würden zwei zusätzliche, kleinere Bäume passen.

Grundsätzlich möglich und mit dem „Stadtbalkon“ kombinierbar sei in der Anlage auch eine Wasserfläche, wie sie die CSU-Fraktion vor gut einem Jahr beantragt hatte (wir berichteten). Diese als Wasserspielfläche für den Sommer zu gestalten, erfordere aber einen großen technischen Aufwand und ziehe hohe Unterhaltskosten nach sich. „Wir sprechen da von mehreren hunderttausend Euro“, winkte Bürgermeister Markus Loth (BfW) im Ausschuss ab; auch für CSU-Stadtrat Zirngibl ist das „nicht vorstellbar“. Weitaus weniger Aufwand wäre es laut Rockinger, eine Fläche zu schaffen, die im Sommer als Sandplatz etwa zum Boule-Spielen genutzt werden könnte und auf der im Winter bei Minusgraden Natureis entstehen könnte.

Auch wenn im Haushalt für 2017 noch keine dieser Maßnahmen unterzubringen sei, sprach sich der Bauausschuss einstimmig dafür aus, eine konkrete Kostenschätzung in Auftrag zu geben. Und zwar sowohl für die Verlegung des Gehweges in die Grünanlage (laut BfW-Sprecher Dr. Claus Reindl „relativ zügig umsetzbar“), als auch für den „Stadtbalkon“ und eine Eis-/Sandfläche, die sich die Ausschuss-Mitglieder „mittelfristig“ vorstellen können. 3. Bürgermeisterin Angelika Flock (CSU) warb dafür, die Maßnahmen nicht auf die lange Bank zu schieben, denn diese Grünanlage sei „ein wirkliches Filetstück in unserer Stadt“.

Zuschüsse aus der Städtebauförderung

SPD-Stadträtin Petra Arneth-Mangano regte an, den gesamten Grüngürtel an der Stadtmauer, rund um die Weilheimer Altstadt, „näher zu betrachten“. Planer Rockinger prägte dafür schon den Begriff „Stadtmauerpark“. Im übrigen bekomme die Stadt sowohl für die Kostenermittlung als auch für konkrete Gestaltungsmaßnahmen Zuschüsse über die Städtebauförderung der Regierung von Oberbayern, wie Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt mitteilte.

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