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Die Todesanzeige hat Sprengkraft.

Sohn erhebt schwere Vorwürfe

Todesanzeige sorgt für Aufsehen: "Ich möchte nur Antworten"

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Weilheim - Ulrich Klinkichts Mutter starb im Krankenhaus Weilheim. Er fordert nun Aufklärung über die Umstände und kritisiert den Umgang mit der Todesnachricht.

Ulrich Klinkicht will vom Krankenhaus Antworten.

Die Todesanzeige für Lotte Klinkicht (94, †) die am Mittwoch in der Heimatzeitung erschien, sorgt für Diskussion. Darin heißt es: „Meine Mutter ist am 18. Februar 2016 im Weilheimer Krankenhaus verstorben. Vom menschlichen Umgang der verantwortlichen Ärzte mit dem Tod meiner Mutter bin ich schwer enttäuscht. Die Umstände des Todes meiner Mutter werde ich möglichst genau aufklären“. Fragen über Fragen wirft diese Todesanzeige auf, die ihr Sohn Ullrich Klinkicht (52) aufgegeben hat. 

Fragen über den Umgang von medizinischem Personal mit Angehörigen, Fragen über Todeszeitpunkt und -ursachen. „So etwas hatten wir noch nie“, sagt Isa Berndt, Leitung Kommunikation der Krankenhaus GmbH. Die Anzeige habe am Tag ihres Erscheinens „das ganze Krankenhaus in Aufruhr versetzt“. Dr. Thomas Waldenmaier, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie am Krankenhaus Weilheim, suche nun das Gespräch mit Klinkicht, um die Angelegenheit zu klären, so Berndt.

Krankenhaus Weilheim.

Ein Gespräch, das hätte sich Klinkicht gewünscht, nachdem seine Mutter gestorben war. Seine Mutter, so sagt er, sei am 15. Februar in der Wohnung gestürzt und habe sich den Unterschenkel gebrochen. Sie sei im Krankenhaus Weilheim operiert worden, anschließend sei sie auf der Überwachungsstation gelegen und es sei ihr recht gut gegangen, auch noch am Vormittag des 18. Februar. Gegen 15.10 Uhr habe ihn dann aber ein Anruf eines Arztes erreicht, dass seine Mutter im Sterben liege. Als er 15 Minuten später ins Krankenhaus kam, sei sie tot gewesen. „Die Apparate waren schon abgestöpselt“, so Klinkicht. Eine Schwester habe ihm gesagt, dass gleich jemand zu ihm komme, „doch 20 bis 25 Minuten kam niemand“. Erst nachdem er bei der Rezeption gewesen sei, sei eine Assistenzärztin gekommen, er aber habe den Arzt sprechen wollen, der ihn angerufen hatte. Die Assistenzärztin habe gesagt, dieser habe keinen Dienst. Er, Klinkicht, habe ihn aber aus einem Aufenthaltsraum gehört. Schließlich habe der Arzt zehn Minuten mit ihm gesprochen. „Warum meine Mutter gestorben ist, habe ich nicht erfahren“, so Klinkicht.

Woran seine Mutter gestorben ist, erfuhr Klinkicht von der Kripo

 „Wenn ein Notfall ist, sehe ich ein, dass keiner Zeit hat“, so Klinkicht, aber das sei nicht der Fall gewesen. Und so habe er schon erwartet, „dass jemand mit mir als Angehörigem spricht“. 

Woran seine Mutter gestorben ist, erfuhr Klinkicht einige Tage später von der Kriminalpolizei. Die wird automatisch eingeschaltet, wenn eine sogenannte unklare Todesursache vorliegt. Ein häuslicher Unfall wie der von Lotte Klinkicht fällt in diese Rubrik. Laut vorläufigem Obduktionsergebnis starb die 94-Jährige nach Angaben ihres Sohnes „an einer akuten Lungenentzündung und einer Fett-Embolie“.

 „Von einer Lungenentzündung war während der drei Tage im Krankenhaus nie die Rede“, so Klinkicht. Und noch etwas macht in stutzig: der Eintrag des Todeszeitpunktes auf der Sterbeurkunde. Wenn diese Uhrzeit stimmt, starb seine Mutter eine Viertelstunde, bevor er angerufen wurde.

 „Ich möchte nur Antworten auf meine Fragen“, sagt Klinkicht. Das sei auch der Grund für den Text in der Todesanzeige gewesen. Laut Isa Berndt ist es für die GmbH wegen des Datenschutzes schwer, zu dem Fall Stellung zu nehmen. So viel sagt sie aber: „Gegen uns wird nicht ermittelt.“

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