Landesentwicklungsprogramm Bayern

Weilheim, ein „Oberzentrum“?

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Weilheim - Wird Weilheim ein „Oberzentrum“? Die Kreisstadt überlegt jedenfalls, eine Höherstufung zu beantragen.

Wenn Entscheidungen zur räumlichen Entwicklung des Freistaats Bayern gefragt sind, dient in der Landespolitik eine 83-seitige Broschüre als Grundlage und Richtschnur: das „Landesentwicklungsprogramm Bayern“ (LEP). Vor über 30 Jahren ersonnen und zuletzt 2013 von der Staatsregierung neu aufgelegt, sind darin Grundzüge der Siedlungsstruktur, der Verkehrs- und Wirtschaftsentwicklung, der Energieversorgung oder der „sozialen und kulturellen Infrastruktur“ festgehalten.

Außerdem steht im LEP, welche Gemeinden als „zentrale Orte“ mit besonderer Bedeutung für die Region gelten. Da gibt es „Oberzentren“ und „Mittelzentren“. Weilheim wird bisher – neben 38 weiteren Orten allein in Oberbayern (darunter auch Peißenberg, Penzberg, Schongau/Peiting und Murnau) – als „Mittelzentrum“ geführt. Doch das soll sich ändern, meint jedenfalls Weilheims Bauausschuss: Er sprach sich in seiner Oktober-Sitzung einhellig dafür aus, im Rahmen der aktuellen „Teilfortschreibung“ des LEP eine Höherstufung Weilheims zum „Oberzentrum“ zu beantragen. Kommende Woche diskutiert der Stadtrat darüber.

In der Region Oberland hat bislang nur Garmisch-Partenkirchen den Status „Oberzentrum“, in Oberbayern auch München (das künftig auf die Stufe „Metropole“ gestelltwird) Freising, Ingolstadt, Rosenheim und Traunstein. Nach dem neuen Entwurf werden aber unter anderem auch Altötting/Burghausen und Mühldorf am Inn „Oberzentren“. Und nach Meinung von Bürgermeister Markus Loth soll auch Weilheim eines werden – „weil wir es faktisch südlich von München ohnehin schon sind“.

Der Rathaus-Chef rechnet sich dadurch Vorteile bei Förderungen, beispielsweise in Sachen „medizinische Versorgung“, aus. Und Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt ist sicher, dass „auch die Gemeinden rundherum enorm davon profitieren“ würden.

Zu bedenken sei, so heißt es in der vom Stadtbauamt und von der Standortförderin erstellten Sitzungsvorlage, „dass eine Einstufung als Oberzentrum auch weichenstellend für die weitere Entwicklung Weilheims sein wird. Neben einer weiteren Wohnansiedlung ist in der Zukunft auch mit zusätzlichen Gewerbeansiedlungen in allen Branchen zu rechnen. Je höher die zentralörtliche Funktion, desto größer können Verkaufsflächen auch außerhalb des Zentrums mit innenstadtrelevanten Sortimenten sein.“

Als Nachteil einer Höherstufung nannte Grünen-Sprecher Alfred Honisch im Bauausschuss, „dass damit Wachstum einhergeht – und zwar Wachstum in allen Bereichen“. „Das Wachstum haben wir ohnehin“, konterte Bürgermeister Loth, „es geht nur um eine Sicherung dessen, was wir haben“.

FW-Stadträtin Romana Asam wollte wissen, ob die Stadt als „Oberzentrum“ zusätzliche Gewerbegebiete ausweisen müsste und verschärften Druck durch Einkaufszentren bekäme. „Es könnten verstärkt Anfragen kommen“, so Loth, doch dieser Druck sei „eh schon da“: „Das muss man weiterhin abwehren, um die Innenstadt zu schützen.“ Und was Neuausweisungen betrifft, verwies Loth darauf, dass Weilheim durch das geplante interkommunale Gewerbegebiet mit Polling („Achalaich“) bereits die Voraussetzungen erfülle.

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