Starkes Ensemble in einem Schwitzkasten: Das 50er-Jahre-Drama „Die zwölf Geschworenen“ im Stadttheater. foto: gronau

Weilheimer Festspiele: Beeindruckendes Lehrstück im Schwitzkasten

Weilheim - Packende Szenen im Weilheimer Stadttheater: Mit dem Drama „Die zwölf Geschworenen“ ist den Festspiel-Machern eine Wiederentdeckung gelungen.

Es führt unverkennbar in das Amerika der 1950er Jahre, das Herbststück der Weilheimer Festspiele 2014. Die Festspielmacher haben gar nicht erst versucht, es ins Hier und Heute zu versetzen. Einzige Farbtupfer in der stickigen Kammer, in der „Die zwölf Geschworenen“ in ihren beige-braunen Anzügen über Leben und Tod eines vermeintlichen Mörders zu Rate s(chw)itzen, sind die US- Flagge und ein Automat, der „cool water“ in Plastikbecher spendet - einer der frühen seiner Art. Es ist auch gar nicht nötig, dieses Schauspiel - vor 55 Jahren mal das meistgespielte an deutschsprachigen Bühnen - zu modernisieren. Dieses Drama packt, so wie es ist. Auch in einem Land, in dem niemandem die Todesstrafe droht, rührt es an.

Regisseurin Yvonne Brosch und Bühnenbildner Andreas Arneth haben also ein hochspannendes Stück für den Auftakt ihrer 15. Festspiele gewählt. Die Situation, die Dynamik, der Text dieser Männerrunde wirkt auch heute. Und man braucht dazu nicht einmal heutige, bayerische Justizskandale im Hinterkopf zu haben...

Magnus Reitinger

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