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Probe auf (noch) offener Drehbühne im Weilheimer Stadttheater: ein Teil des „Schwejk“- Ensembles – (v.l.) Michael Golf, Carla Spendel, Wolfgang Czeczor, Jan Krejcí, Johanna Mensing, Miroslav Jary, Stefan Voglhuber und Hauptdarsteller Frantisek Havel. 

Weilheimer Festspiele

„Der Schwejk passt zu mir“

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Weilheim - Am Samstag ist Premiere. Und jetzt spricht Hauptdarsteller Frantisek Havel über den „braven Soldaten“ und „ein bisschen Nervosität“.

 „Viel böhmisch-tschechischen Witz“ versprechen die Weilheimer Festspiel-Macher für „Die Geschichte vom braven Soldaten Schwejk“, eine Eigenproduktion, die ab kommendem Samstag, 12. Dezember, achtmal im Stadttheater zu sehen ist. Für den „tschechischen Witz“ sorgt vor allem Hauptdarsteller Frantisek Havel, der den Schelm „Schwejk“ bereits dreimal (zuletzt 2012) unter der Regie von Yvonne Brosch bei den „Bayerisch-Böhmischen Festspielen Bärnau-Tachov“ gespielt hat. Der 58-jährige Tscheche ist von Beruf Technikdesigner bei einer deutschen Firma in Tschechien und gründete vor zehn Jahren in Tachov mit Gleichgesinnten eine Amateurtheatergruppe. Was der „Schwejk“ ihm und seinen Landsleuten bedeutet, erklärt Havel im Gespräch mit der Heimatzeitung, bei dem Schauspielkollegin Carla Spendel als Dolmetscherin fungierte.

Wann haben Sie zum ersten Mal den „braven Soldaten Schwejk“ gesehen oder gelesen?

Frantisek Havel: Das Buch hatte ich nie gelesen, aber es ist ein sehr, sehr populärer Film bei uns, eine Art Vorbild. Als unser Amateurtheater vor zehn Jahren angefangen hat, mit den Festspielen in Bärnau zusammenzuarbeiten, haben wir ein Stück gesucht, das beide, Deutsche und Tschechen, verbindet. Und das haben wir im „Schwejk“ gefunden.

Wollten Sie diese Figur schon immer mal spielen?

Sagen wir so: Sie passt zu mir. Freunde und Bekannte behaupten jedenfalls, es sei wie aus dem Leben gegriffen, wenn ich den Schwejk spiele...

Welche Bedeutung hat der „Schwejk“ in Ihrem Heimatland?

Das ist schwer zu beantworten. Grundsätzlich ist er sehr populär, aber gerade in intellektuellen Kreisen wird heute heftig diskutiert, dass er nicht generell den „tschechischen Menschen“ beschreibe. Diese Diskussion ist vor allem seit der Wende im Gange. Die Tschechen wollen nicht, dass sie nur so gesehen werden.

Wie würden Sie die Person „Schwejk“ charakterisieren?

Er ist einer, der eigentlich sehr schlau ist, seine „Dummheit“ nur vorgibt und gezielt dafür einsetzt, um ohne Schrammen durch die Kriegszeit zu kommen. Mir persönlich gefällt er.

Sie haben dieses Stück vor tschechischen ebenso wie vor deutschen Zuschauern gespielt. Reagieren diese unterschiedlich?

Das tschechische Publikum ist in diesem Fall generell etwas kritischer. Es ist mit dem Roman und dem Film sehr vertraut – da wird man als Schauspieler zum Beispiel sehr stark verglichen. Der „Schwejk“ ist bei uns einfach eine Art „Nationalmaterial“. Das deutsche Publikum ist da unvoreingenommener.

Waren Sie vor diesem Festspiel schon einmal in Weilheim?

Ja, mit den Kollegen aus Bärnau haben wir hier vor neun Jahren „In 80 Tagen um die Welt“ angeschaut.

Und, wie ist Ihr Eindruck von Weilheim?

Wir haben damals nur das Theater und ein Gasthaus gesehen, mehr nicht... Diesmal möchte ich mehr durch Weilheim spazieren. Aber Proben ist jetzt erst mal wichtiger.

Bei den Weilheimer Festspielen stehen Profischauspieler und Laien gemeinsam auf der Bühne. Wie finden Sie das?

Ich bin, ehrlich gesagt, ein bisschen nervös, denn gegenüber den Professionellen bin ich ja ein „Niemand“. Wir haben keine Ausbildung, für uns ist das Theater nur Hobby. Aber es gefällt mir gut hier, ich bin sehr zufrieden. (grinst) Wir werden hier jedenfalls nicht geschlagen und nicht gemobbt...

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