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Die Pläne fürs Bettenhaus erläuterte Naturfreunde-Vorsitzender Joseph Wurm am Freitag den Mitgliedern.

Wird aus Weilheimer Naturfreundehaus eine Kita?

Die Vermietung von Zimmern im Weilheimer Naturfreundehaus läuft nicht sehr gut. Der Verein will daher das an das alte Vereinsheim angebaute Bettenhaus abstoßen. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitag gab es eine große Mehrheit für das Vorhaben.

Weilheim – Das Problem des Weilheimer Naturfreundevereins ist laut Vorsitzendem Joseph Wurm, dass das Gebäude Kosten verursacht, die bei geringer Auslastung nicht erwirtschaftet werden können. Hinzu komme, dass die aktiven Mitglieder auf lange Sicht altersbedingt die im Haus anfallende Arbeit nicht mehr machen könnten.

Platz für drei Kita-Gruppen und Waldkindergarten

Eine Alternative habe sich im April 2019 geboten, als die Stadt anfragte, ob sie auf dem Gelände einen Waldkindergarten einrichten kann. Der Bedarf an Platz für die Kinderbetreuung habe schließlich dazu geführt, dass der Kauf des Gebäudes beraten wurde. In ihm könnten drei Kindergartengruppen untergebracht werden, zudem die Räume, die der Waldkindergarten bei schlechtem Wetter braucht. Für die Kindertagesstätte wären aber auch die beiden Säle im Verbindungsbau nötig.

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Sollte die Stadt Weilheim, die das Vorkaufsrecht hat, dieses nicht nutzen, soll laut Wurm eine andere Lösung gesucht werden, etwa ein Verkauf oder eine langfristige Verpachtung an ein Unternehmen, das Hostels betreibt. Der Vorstand hatte die Versammlung einberufen, weil eine so schwerwiegende Entscheidung laut Wurm nur die Mitglieder treffen könnten. Das Geld, das durch einen Verkauf eingenommen wird, soll nach Vorstellung von Wurm für die Renovierung des Altbaus und den Anbau eines Saals verwendet werden. Der Saal wird nötig, weil die beiden Versammlungsräume im Verbindungsbau dann nicht mehr von den Naturfreunden genutzt werden können. Der Altbau des Naturfreundehauses stehe dann weiterhin als Treffpunkt der Mitglieder zur Verfügung.

Gastronomie soll erhalten bleiben

Auch die Gastronomie soll erhalten bleiben. Damit diese bessere Bedingungen hat, soll ein Wintergarten über die Terrasse gebaut werden. Jetzt sucht der Verein einen neuen Wirt. Dieser soll einen langfristigen Vertrag für die Gaststätte und auf Wunsch einen separaten Vertrag mit kurzer Laufzeit für das Bettenhaus bekommen.

Die Besucher, die sich zu Wort meldeten, sprachen sich überwiegend für den Verkauf aus. Das Haus sei „ein Klotz am Bein“, der Verkauf an die Stadt „richtig“, so war zu hören. Einer schlug vor, dass der Vorstand bei den Verhandlungen „freie Hand haben soll“. Von den 68 anwesenden Mitgliedern stimmten 63 dafür, den Vorstand mit den Verhandlungen zum Verkauf zu beauftragen. Ein Mitglied stimmte dagegen, vier enthielten sich der Stimme.

Alfred Schubert

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