Fachleute unter sich bei der Tagung in der Stadthalle Weilheim (von links): Helmut Deschler, Thomas Hofstetter (Regierung von Oberbayern), Dr. Ulf Knabe (Stadtrat Weilheim), Dr. Harald Geiger (Mediziner), Heike Joswig (Caritas-Koordinierungsstelle), Dr. Barbara Karg (Verkehrsmedizinerin), Carsten Gahlen, Herbert Peter (beide Caritas-Suchtambulanz) und Dr. Josef Scherer (Referent). Foto: Gronau
+
Fachleute unter sich bei der Tagung in der Stadthalle Weilheim (von links): Helmut Deschler, Thomas Hofstetter (Regierung von Oberbayern), Dr. Ulf Knabe (Stadtrat Weilheim), Dr. Harald Geiger (Mediziner), Heike Joswig (Caritas-Koordinierungsstelle), Dr. Barbara Karg (Verkehrsmedizinerin), Carsten Gahlen, Herbert Peter (beide Caritas-Suchtambulanz) und Dr. Josef Scherer (Referent).

Bei weitem nicht jeder schafft den „Depperltest“

Weilheim - Ohne Vorbereitung schafften nur die wenigsten die MPU, mit Vorbereitung rund 60 Prozent.

Im Volksmund heißt sie nur „Depperltest“, die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU), die allen drohen kann, die den Führerschein wegen Alkohols oder Drogen am Steuer verloren haben. Im Landkreis sind dies etwa 300 Menschen pro Jahr.

Die Mehrzahl der Menschen, die zur MPU müssen, wurde mit zu viel Alkohol am Steuer erwischt. Helmut Deschler von der Führerscheinstelle am Landratsamt Weilheim-Schongau schätzt, dass etwa 250 Männer und Frauen wegen Alkohols und rund 50 wegen Drogen pro Jahr zur MPU müssen. Er ruft die Betroffenen dazu auf, frühzeitig Kontakt mit seiner Behörde aufzunehmen. Denn viele, die zum Beispiel wegen eines Promillewerts von über 1,6 ihren Führerschein verloren haben oder mehrfach betrunken Auto gefahren sind, glauben, wenn ihre Sperre vorbei ist, dann bekommen sie auch ihre Fahrerlaubnis zurück - doch weit gefehlt. Wer zur MPU zugelassen werden will, muss mitunter einige Auflagen erfüllen, zum Beispiel ein Jahr Alkoholabstinenz nachweisen. Damit könnte er bereits während seiner Führerscheinsperre beginnen, doch das wissen nur wenige. In diesen rund 20 Stunden umfassenden Kursen, die bei der Caritas rund 600 Euro kosten, geht es laut Herbert Peters von der Caritas-Fachambulanz für Suchtkranke im Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen nicht darum, den Menschen „die richtigen Antworten anzutrainieren“, sondern eine Einstellungsänderung und eine bewusstere Selbsteinschätzung zu bewirken.

Auch interessant

Kommentare