Rund 9000 Fahrzeuge donnern binnen 24 Stunden durch Marnbach und Deutenhausen. Die BI befürchtet, dass es mit der Osttrasse noch weit mehr werden könnten. Das Foto zeigt an der Hauptstraße die BI-Mitglieder, von links: Josef Niedermaier, Georg Niedermaier, Herbert Kletzander, Peter Wild, Claudia Mayr, Marion Lutz und Peter Höldrich, die deswegen gegen die Pläne für diese Weilheimer Umfahrung bekämpfen.

Weiterer Widerstand gegen Osttrasse

Weilheim - Neben „Heimat2030“ und der Gemeinde Seeshaupt wehrt sich auch Marnbach-Deutenhausen gegen Umfahrung

Eine Umfahrung für Weilheim, die mit einem Tunnel durch das Gögerl im Osten an der Stadt vorbeiführt: Diese Pläne sorgten schon vor rund zehn Jahren für Aufruhr in Marnbach und Deutenhausen. Mit zahlreichen Aktionen - etwa dem Abstecken der Trasse - machten die Dorfbewohner ihrem Unmut Luft. Jetzt, da die von der Stadt als Vorzugstrasse gemeldete Ostumfahrung für die B 2 in den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) aufgenommen wurde, meldet sich die 2005 gegründete „Bürgerinitiative Marnbach-Deutenhausen gegen eine Weilheimer Ostumfahrung“ erneut zu Wort. Sie ist, so ihr Sprecher, Josef Niedermaier, „gegen jegliche Art einer Ostumfahrung.“ Und das hat sie auch bei dem Beteiligungsverfahren im Internet, mit dem das Bundesverkehrsministerium die Stimmung vor Ort ausloten wollte (wir berichteten), so kundgetan.

Drei eng beschriebe DIN-A4-Blätter umfassen die Argumente, die die BI Marnbach-Deutenhausen gegen die Osttrasse ins Feld führt. Ihre Mitglieder befürchten, dass sich durch die Osttrasse, aber auch das „faktische Aus“ für den Starnberger Tunnel das Verkehrsaufkommen auf der Staatsstraße Richtung Autobahn über Marnbach und Deutenhausen nochmals erhöhen würde. „Diese Verkehrsumverteilung wäre extrem unfair“, heißt es in der Stellungnahme.

Zudem kritisiert die BI den „Verbrauch an besten landwirtschaftlichen Flächen“ und weist darauf hin, dass in der Anmeldung für das Projekt die Rede davon sei, dass die Ostvariante ohne Tunnelstrecke technisch machbar sei. „Das heißt, das Gögerl beziehungsweise der Hechenberg würden komplett durchgraben“. Das sei „nicht zu billigen und schlichtweg Naturfrevel“, so die BI. Außerdem würden Naherholungsgebiete wie der Hardt und das Areal am Dietlhofer See durchschnitten und zerstört.

Im Gegenzug würde, so die Argumentation der BI, für Weilheim wenig gewonnen. Denn: Die bestehenden und geplanten Industrie- und Gewerbegebiete lägen jeweils im Westen der Stadt. „Die hohe Ziel-, Quell- und Binnenverkehrsbelastung der Einkaufsstadt Weilheim macht sich besonders an ,Brückentagen’ sowie Schlechtwettertagen bemerkbar und wird trotz einer Umfahrung nicht verbessert“, stellte die BI fest.

Wenn es keine Osttrasse geben soll, was soll es dann geben? Josef Niedermaier sagt dazu: „Viele Weilheimer fragen sich, ob Weilheim überhaupt eine Umfahrung braucht.“ Er persönlich frage sich das auch. Die BI schlägt derweil eine innerstädtische Alternative zu der Umfahrung vor, und zwar den Tunnel in Deckelbauweise. Für ihn sprächen niedrige Baukosten, kein Flächenverbrauch, kein Natureingriff ins Naherholungsgebiet und kurze Rettungswege.

Die BI aus Marnbach-Deutenhausen ist die dritte Stimme, die gegen die aktuell auf 35 Millionen Euro veranschlagte Ostumfahrung der B 2 laut wird. Die würde vom Kreisel der Südspange durch das Gögerl und dann parallel des Narbonner Rings zum Dietlhofer See verlaufen. Verhindern will diese Pläne auch die vor wenigen Wochen gegründete Initiative „Heimat2030“. Mobil machte aber auch die Gemeinde Seeshaupt, die ihre Bürger aufforderte, sich im Forum des Bundesverkehrsministeriums gegen die Straße auszusprechen. Auch sie befürchtet, dass sie mehr Verkehr für die Ortsteile entlang der Staatsstraße nach sich zieht.

In Weilheim gibt es neben den Plänen für eine Ostumfahrung auch Pläne für eine Westumfahrung durch das Moos. Gegen die regt sich aber Widerstand in Unterhausen. Als dritte Variante brachte die FDP eine Unterfahrung unter der B 2 in die Diskussion.

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