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Bürgermeister Helmut Dinter informierte die rund 140 Besucher über die geplante Übernahme des Klosterguts. 

Info-Veranstaltung

46 000 Euro Pacht für das Klostergut Wessobrunn

Rund 140 Besucher kamen zur Informationsveranstaltung der Gemeinde Wessobrunn zum Landschafts- und Flächennutzungsplan sowie zur Übernahme des Klosterguts mittels Erbpacht. Sie dauerte rund dreieinhalb Stunden, und nicht unerwartet wurde kontrovers über das Klostergut diskutiert.

Wessobrunn – „Ich denke, jetzt ist deutlich geworden, welche Umfänge das alles hat, bis es eingetütet ist“, sagte Bürgermeister Helmut Dinter nach dem rund einstündigen Vortrag von Professorin Ulrike Pröbstl über den Flächennutzungsplan. Im Anschluss übernahm Dinter das Rednerpult, um den Stand zum Klostergut zu erläutern.

„Seit dem Verkauf des Klosters tummeln sich alle möglichen Investoren in unserer Gemeinde“, so Dinter. Ins Blickfeld rückte auch das Klostergut, das nach Angaben des Besitzers, des Klosters St. Ottilien, bis 2014 nicht zum Verkauf stand. „Bei einem Gespräch über Wanderwege mit Vertretern des Klosters ein Jahr später erfuhr ich nebenbei, dass es doch verkauft werden soll mittels Erbpacht“, berichtete der Bürgermeister. Wenig später tauchte bei ihm ein Investor auf, der fertige Pläne für ein Heil- und Genesungszentrum präsentierte. „Damit hätte es keinen Zugang mehr für Gemeindebürger gegeben und die bisherigen Bewohner und Pächter hätten das Gut verlassen müssen“, erläuterte er die Gründe, warum die Gemeinde ihren Hut als Bewerber in den Ring warf. Danach gab es zahlreiche Gespräche mit St. Ottilien, die ihren Abschluss erst Ende Juni fanden. „Und erst danach konnten wir an die Öffentlichkeit gehen“, so Dinter.

Man einigte sich auf einen Vertrag, den der Rathauschef vorstellte und der frühestens im nächsten Jahr unterschrieben werden soll. Der vereinbarte Erbpachtzins beträgt 46 000 Euro jährlich, für den die Gemeinde das Klostergut ohne den landwirtschaftlichen Teil und die angrenzenden Grünflächen übernimmt. Die Vertragslaufzeit beträgt 96 Jahre. Die Gemeinde kann aber vorzeitig nach 32 oder 64 Jahren aussteigen. Mit den aktuellen Miet- und Pachteinnahmen sind nach Angaben des Bürgermeisters die Zinszahlungen gedeckt. Der Sanierungsbedarf beschränke sich auf Schönheitsreparaturen, so Dinter, was bei der Fragerunde zahlreiche kritische Äußerungen auslöste.

„Die Sorge ist da, dass es hohen Sanierungsbedarf gibt“, zweifelte Klaus Papenfuß jährliche Unterhaltskosten in der Größenordnung von 6000 bis 10 000 Euro an. „Die alte Bruchbude brauchen wir nicht“, wurde eine andere Besucherin deutlicher, was prompt Widerspruch bei einer Mieterin auslöste: „Wir leben in keiner Bruchbude. Der leicht marode Charme des Klosterguts ist halt das Besondere dort.“ Beim Applaus für diese Äußerung wurde deutlich, dass sich die Zahl der Befürworter und Kritiker in etwa die Waage hält. Ein Redner brachte einen Bürgerentscheid ins Spiel.

Der Bürgermeister schloss die Zusammenkunft zu später Stunde schließlich mit dem Verweis auf die durch eine Unterschriftenliste erzwungene Bürgerversammlung, die sich ausschließlich um das Klostergut dreht und für 9. August geplant ist.

Roland Halmel

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