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Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot

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Maske musste während der ersten beiden Schulwochen an den Schulen im Landkreis auch im Unterricht sein (Symbolbild).
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Maske musste während der ersten beiden Schulwochen an den Schulen im Landkreis auch im Unterricht sein (Symbolbild).

Einzelunterricht an Mittelschule für Schüler mit Masken-Attest

  • Kathrin Hauser
    vonKathrin Hauser
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Hinter Vinzenz (13) aus Forst liegen turbulente Schulwochen: Weil ihm vom Tragen der Maske im Unterricht schwindelig wurde, bekam er ein Attest, das ihn von der Maskenpflicht befreite. Daraufhin wurde er alleine in einem Extraraum unterrichtet. Dafür haben seine Eltern kein Verständnis.

  • Weil er ein ärztliches Attest hat, dass er im Unterricht keine Maske tragen muss, erhielt ein Bub aus Forst Einzelunterricht in einem extra Raum
  • Diesen durfte er auch während der Pausen nicht verlassen
  • Die Eltern waren mit dieser Maßnahme nicht einverstanden

Elisabeth Mildner ist empört: „Ich verstehe das nicht. Mein Sohn wurde gehalten wie ein Strafgefangener.“ Ihr Sohn Vinzenz besucht die „Wilhelm-Conrad-Röntgen-Mittelschule Weilheim“ und ist wie alle anderen 572 Mittelschüler auch nach den Sommerferien mit seiner Maske in die Schule marschiert.

Wie berichtet, hatte Bayern für die ersten zwei Wochen des neuen Schuljahres eine Maskenpflicht für alle Schüler ab der fünften Klasse beschlossen, die auch während des Unterrichts – einschließlich der Musik- und Sportstunden – gilt. Das bedeutet für alle bayerischen Schüler, dass sie den gesamten Schultag über Masken tragen müssen: Im Bus auf der Fahrt in die Schule, im Schulhaus auf dem Weg ins Klassenzimmer, im Unterricht, während der Pausen, beim Singen, beim Schulsport und wieder auf dem Heimweg im Bus oder Zug. Nur zum Essen und Trinken darf der Mundschutz in den Pausen im Freien kurz abgenommen werden.

Der 13-jährige Vinzenz Mildner, der mit seiner Familie in Forst lebt, hat das ständige Tragen des Mund-Nasenschutzes nicht gut vertragen, wie er erzählt: „Ich habe wenig Luft bekommen. Mir ist schlecht und schwindelig geworden.“ Seine Eltern wollten ihrem Kind helfen. Sie sind mit ihm zum Arzt gegangen, der dem Buben ein Attest ausgestellt hat, das ihn von der Maskenpflicht befreit hat.

Mit diesem ist Vinzenz dann am Donnerstag vergangener Woche in die Schule gegangen. Dort sei er dann sofort aus der Klasse genommen und mit einem Lehrer in einen extra Raum gesetzt worden, wo er den ganzen Vormittag über bleiben musste, erzählt die Mutter des Schülers, Elisabeth Mildner. Selbst die Pausen habe er nur in diesem Raum an seinem Platz sitzend verbringen müssen. „Mein Sohn hat zwei Tage in Strafhaft verbracht. Wenn man mit Tieren so etwas machen würde, wäre es Tierquälerei“, sagt Elisabeth Mildner. Nachdem Vinzenz zwei Schultage isoliert in dem Raum verbracht hat, haben seine Eltern ihn krank gemeldet.

Rolf Schleich, der Rektor der Weilheimer Mittelschule bestätigt, dass der Bub wegen seiner Befreiung von der Maskenpflicht in einem extra Zimmer von zwei Lehrern, die sich abgewechselt haben, unterrichtet wurde. Er bestätigt zudem, dass Vinzenz Mildner auch während der Pausen in dem Raum saß. „Ein Attest ist in Ordnung, aber ich kann das Kind ohne Maske nicht frei im Schulgebäude herumschwirren lassen“, sagt Schleich. Das sei auch während der Pausen nicht möglich, weil dadurch die Gefahr für die anderen Schüler und Lehrer, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, steige.

„Wir müssen dafür sorgen, dass an der Schule alle geschützt sind.“ Dies würden auch die Eltern der Buben und Mädchen, die die Mittelschule besuchen, erwarten. In den ersten zwei Wochen habe nun mal eine Maskenpflicht bestanden, und „entweder sie ist uns wurscht oder wir nehmen sie ernst“, sagt der Rektor.

Um den Buben nicht hängen zu lassen, sei der Entschluss gefallen, ihn in einem extra Raum zu unterrichten. Dies hätten die Lehrer auf sich genommen, obwohl es derzeit einen großen Personalmangel an der Mittelschule gebe. Auch seine Kollegen und er sehnen das Ende der Maskenpflicht im Unterricht herbei, wie Schleich sagt: „Wir wollen diese Maskenpflicht im Unterricht alle nicht, aber es gibt keine Alternative.“ Bis auf diesen einen Schüler würden alle gut mit den Mund-Nasen-Masken zurecht kommen. „Es ist der einzige Fall eines Attestes bei uns“, sagt der Rektor. Wahrscheinlich wird die Situation für Schüler und Lehrer in der kommenden Woche wieder leichter: Wenn alles gut läuft, dann ist die Maskenpflicht im Unterricht mit Ende des heutigen Schultages Geschichte – zumindest vorerst.

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