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Lob und Tadel gab es in der Wessobrunner Bürgerversammlung für Bürgermeister Helmut Dinter (am Pult) und den Gemeinderat.

Bürgerversammlung Wessobrunn: Dreieinhalb Stunden Informationen

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Sitzfleisch war von den Besuchern der Bürgerversammlung Wessobrunn gefordert. Fast dreieinhalb Stunden gab es in der Mehrzweckhalle Zahlen, Fakten, Diskussionen und ein wenig Wahlkampf.

„Das ist die letzte ordentliche Bürgerversammlungen in dieser Wahlperiode“, sagte Bürgermeister Helmut Dinter, und die wollten sich viele Wessobrunner nicht entgehen lassen. Es mussten weitere Stühle und Tische aufgestellt werden, um die rund 180 Besucher unterzubringen.

„Wir sind ein fruchtbarer Ort“, freute sich Dinter über die auf 28 gestiegenen Geburtenzahlen. Wobei sich dadurch kein eklatanter Einwohnerzuwachs einstellte, da auch die Sterbefälle anstiegen. Der Trend bei den Beerdigungen geht dabei klar zur Urnenbestattung, die inzwischen 45 Prozent ausmachen, wie Dinter erläuterte.

Stark angestiegen sind im vergangenen Jahr auch die Ausgaben für die beiden gemeindlichen Kindergärten. „Das liegt auch an der gestiegenen Nutzung“, sagte Dinter. Rund480 000 Euro nahm die Gemeinde dafür in die Hand. Die im Vorjahr neu eingeführte Mittagsbetreuung der Grundschüler in Forst, die in diesem und im letzten Jahr zusammen rund 30 000 Euro kostete, wird mit aktuell 22 Kindern gut angenommen, führte der Rathauschef aus.

Positiv ist die Entwicklung bei den Schulden. Mit aktuell 1,2 Millionen Euro liegt Wessobrunn unter dem Landesschnitt. „Mit Guthaben von fast zwei Millionen Euro sind wir sozusagen schuldenfrei“, erläuterte Dinter zufrieden.

Das erste Jahr als Besitzer des Klosterguts ist gelaufen wie erwartet. Rechnet man die Sonderfaktoren Öleinkauf und Einbau einer Heizung, wodurch eine weitere Wohnung vermietet werden kann, heraus, landete die Gemeinde bei dem angekündigten kleinen vierstelligen Minus.

Im Anschluss ging der Bürgermeister ausführlich auf Personalien ein. Er verkündete er, wer die Nachfolge des im Januar in den Ruhestand gehenden Kämmerers Jakob Schleich antreten wird. „Wir sind froh, mit Melanie König eine junge dynamische Person dafür gefunden zu haben“, so Dinter.

Gemeinderat Uli Klitzner ging auf die gescheiterte Bauleitplanung an der historischen Ortsdurchfahrt ein. „Das war ein Negativbeispiel wie es nicht laufen soll“, urteilte Klitzner. Annemarie Bösl erklärte die Umstände, wie das Bauvorhaben in Wolfhof scheiterte, und Wolfgang Soglowek von der Arbeitsgruppe „Keller-Liesl-Haus“ berichtete über das Dorfladenprojekt. Beide Themen standen danach im Mittelpunkt der Fragerunde. Leopold Hahn monierte beim Wolfhof die wohl zu hoch gesteckten Erwartungen der Gemeinde, das an der Stelle Bauland ausgewiesen werden könnte. Für seine Einwendungen erntete er heftigen Widerspruch von den Forster Gemeinderäten.

Marianne Post regte einen Gehweg in Haid an, damit Senioren sicher zum Dorfladen kommen können. Zwischendurch gab es Lob für die Arbeit von Bürgermeister und Rat und für den Bau der Toiletten in Forst. Es folgten aber auch kritische Worte in Richtung Dinter für seine Äußerungen über die Landrätin und dem Landratsamt sowie an den hohen Kosten für den Rathausumbau.

Der Sportverein monierte verschwundenes Papier bei den letzten Sammlungen, es gab die Forderung nach einem Gewerbegebiet und die Bitte, die Tür am neuen Spielplatz geschlossen zu halten.

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