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Der Breitbandausbau ist in Wessobrunn ein kompliziertes Thema.

Wessobrunn

Bürgerversammlung zum Breitbandausbau

Für alle Städte und Gemeinden ist der Breitbandausbau derzeit ein großes Thema, in Wessobrunn beschäftigt dieses Projekt die Bürger aber besonders.

Dabei ist der Breitbandausbau, der für eine schnelle und stabile Internetverbindung sorgen soll, für den Ort Wessobrunn selber nicht das große Problem, dort baut die „Telekom“ eigenverantwortlich aus.

Das sieht für die Ortsteile Forst und Haid, mit zum Teil weit abseits liegenden Bauernhöfen, anders aus. Allein in Forst müssen rund 28 Kilometer Leitung verlegt werden. Dort fallen erhebliche Kosten an. Diese können zwar zum großen Teil mit Finanzspritzen vom Bund aufgebracht werden, doch der Wessobrunner Bürgermeister Helmut Dinter rechnet damit, dass seine Gemeinde dennoch rund 1,4 Millionen Euro selber bezahlen muss, damit alle Bürger im Gemeindegebiet mit schnellem Internet versorgt werden können.

Wenn die Gemeinde diese Summe aus ihren Mitteln aufbringen würde, „wären wir über Jahre blockiert“, sagt Dinter. Um das zu vermeiden, werde derzeit überlegt, wie die 1,4 Millionen Euro aufgebracht werden könnten. „Es ist noch nicht klar, wie wir das finanzieren“, sagt der Bürgermeister. Eine Überlegung sei, die Bürger direkt an den Kosten zu beteiligen. Dabei bestehe allerdings die Schwierigkeit, dass ja dann auch diejenigen, die im Ort Wessobrunn selber lebten, die Finanzierung des Breitbandausbaus für Forst und Haid mitfinanzieren müssten, obwohl ihr eigener Anteil von der Telekom voll übernommen werde.

Um die Bürger zu informieren und zu klären, wie der Breitbandausbau in Wessobrunn gestemmt werden kann, soll es Anfang Februar eine eigene Bürgerversammlung geben. Zuvor will die Gemeinde aber noch Gespräche mit Firmen führen, damit die Informationen so konkret wie möglich ausfallen und die Wessobrunner wissen, was auf sie zukommt. „Die Bürger müssen sich darüber bewusst sein, was auf sie zukommt“, sagt Dinter. Dass nun alte Gräben zwischen Wessobrunn und Forst aufgerissen werden, fürchtet der Bürgermeister aber nicht.

Abgesehen davon schmeckt ihm aber einiges im Zusammenhang mit dem Breitbandausbau nicht: Zum Beispiel, dass die Kommunen diesen übernehmen sollen, obwohl in der Verfassung stehe, dass dies Staatsaufgabe sei. „Das ist keine kommunale Aufgabe“, sagt Dinter. Zudem ärgert ihn, dass die Leitungen, obwohl sie von den Gemeinden mitfinanziert werden, Eigentum der „Telekom“ werden. „Wenn ich etwas finanziere, gehört es mir auch“, so der Bürgermeister.

Auch über einen dritten Punkt ärgert sich Dinter: Der damalige Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, habe zwar großzügig Förderbescheide für den Breitbandausbau verteilt, diese würden aber letztlich privaten Firmen zugutekommen. „So werden über staatliche Mittel private Firmen subventioniert“, sagt Dinter.

von Kathrin Hauser

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