In einem Online-Treffen berieten sich Bürger und Gemeinderatsmitglieder, welche Möglichkeiten das Klostergut Wessobrunn bietet.
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In einem Online-Treffen berieten sich Bürger und Gemeinderatsmitglieder, welche Möglichkeiten das Klostergut Wessobrunn bietet.

Pläne für das Klostergut

„Burn-Out-Klinik“ in Wessobrunn?

  • Roland Halmel
    vonRoland Halmel
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Die Gemeinde Wessobrunn ist seit einiger Zeit Besitzer des Klosterguts im Ort. Doch was in das Gebäude einziehen soll, ist noch unklar. Eine Möglichkeit wäre eine „Burn-Out-Klinik“. Die Anfrage dazu behandelte der Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Sitzung, wie jetzt bei einem virtuellen Treffen berichtet wurde.

Wessobrunn – Die vom Wessobrunner Gemeinderat nach der letzten Wahl neu ins Leben gerufenen Bürgerkreise wurden durch Corona enorm ausgebremst. Nur zum Thema „Soziales“ konnte bisher in größerer Runde diskutiert werden. Alle anderen Bürgerkreise mussten warten.

Um beim Klostergut, für den der Gemeinderat ebenfalls einen solche Arbeitsgruppe einrichtete, trotzdem weiterzukommen, lud die Kommune zu einer virtuellen Sitzung ins Internet, an der sich 30 Interessierte, darunter auch zahlreiche Ratsmitglieder, beteiligten. „Es freut mich, dass so viele teilnehmen“, begrüßte Bürgermeister Georg Guggemos die anwesende Online-Runde.

Anfrage zu „Burn-Out-Klinik“ wurde in nicht-öffentlicher Sitzung behandelt

Nach seinem kurzen Rückblick, wie die Gemeinde in den Besitz des Klosterguts kam, berichtete Guggemos von einer Anfrage eines Investors dort eine „Burn-Out-Klinik“ einzurichten. „Das hat sich der Gemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung angehört“, erklärte der Rathauschef. „Wobei es auch noch andere Ideen aus der Bürgerschaft gibt“, ergänzte Guggemos.

Diese Ideen zu sammeln war auch ein Grund für die virtuelle Zusammenkunft, führte Micheal Geburek, der Referent für das Klostergut aus dem Gemeinderat, aus. „Wir brauchen zügig eine Lösung, da uns die Kosten ein wenig davon laufen“, sieht Geburek einen gewissen Zeitdruck.

Aus der Teilnehmerrunde gab es dann auch einige Vorschläge was mit den historischen Gebäuden, die davor Gemeinderätin Mirjam Kopp kurz vorstellte, möglich wäre. Von einem „Co-Working-Space war dabei die Rede, aber auch der Einbau von zusätzlichen Wohnungen, eventuell in Genossenschaftsform oder als Gemeinwohlprojekt, kam zur Sprache.

Auch öffentliche Ausschreibung wurde angesprochen

Angesprochen wurde auch eine öffentliche Ausschreibung, um eventuellen Interessenten die Möglichkeit zu geben, ihre Konzepte vorzustellen. „Co-Working Space machen wir hier eigentlich schon, ich bin für eine kulturelle Ausrichtung, dafür wäre auch noch viel Platz“, meinte Künstler Leonhard Schlögel, der sein zehn Jahren im Klostergut wohnt und der die Bewohner als „verschworene Gemeinschaft“ lobte.

Renate Hirtl brachte Wohnmobilstellplätze, ein Mehrgenerationenhaus, einen Dorfladen oder auch einen „Verschenk-Laden“ ins Gespräch, wobei sie das historische Ensemble auch gerne als Begegnungsstätte sehen würde. „Je mehr dort los ist desto besser“, meinte Geburek zu den Vorschlägen, wobei er sich mit letzterer Idee weniger anfreunden konnte. „Man kann darüber streiten, ob die Gemeinde so sozial sein muss, mehrere Tausend Euro im Monat für eine Begegnungsstätte auszugeben“, sprach er erneut das laufende Defizit an.

„Burn-Out-Klinik“ wäre denkbare Lösung

Die „Burn-Out-Klinik“, die in der alten Remise auf der Westseite eingerichtet werden soll, wäre für ihn eine denkbare Lösung, die auch bei Schlögel gut ankam. Zu klären wäre dann aber die Finanzierung. „Die muss stehen und ist das A und O“, warnte Guggemos vor Schnellschüsse. „Wenn ein gutes Konzept vorliegt, muss man sich dafür auch Zeit nehmen“, so der Bürgermeister, der sich nach der über einstündigen Diskussionsrunde bei den Teilnehmern bedankte.

„Es waren gute Sachen dabei, die wir in den nächsten Gemeinderatssitzungen diskutieren werden“, schloss Guggemos.

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