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Hermann Lautenbacher (.l.) informierte über den Breitbandausbau, Bürgermeister Helmut Dinter über alles andere. 

Wessobrunn

Drei Stunden Debatte und Information

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Viele Themen, viele Infos, viele Fragen. Die heftig diskutierten Projekte der letzten Monate in Wessobrunn spiegelten sich in der Bürgerversammlung wider. Fast drei Stunden wurde in der Mehrzweckhalle informiert und diskutiert.

„Wir haben ja schon einige Bürgerversammlungen in diesem Jahr hinter uns“, meinte Bürgermeister Helmut Dinter zur Begrüßung. Nach zwei außerordentlichen Zusammenkünften an gleicher Stelle zum Klostergut war die reguläre Dritte nicht ganz so gut besucht. Rund 100 Wessobrunner waren gekommen. „Die Abhöraktion bei der letzten Bürgerversammlung sorgte ja für überregionales Aufsehen. Wenn jemand heute aufnehmen will, sollte das Aufnahmegerät nach vorne gebracht werden, dann ist die Qualität besser“, so Dinter.

Bei den Zahlen konnte der Rathauschef durchwegs Erfreuliches vermelden. Die Geburtenzahlen haben sich auf hohem Niveau stabilisiert: „Die brauchen wir auch, um unsere Kindergärten und die Schule auszulasten.“ Auch die Einwohnerzahl zeigt durch Zuzüge nach oben. „Wir merken den Siedlungsdruck aus München durch wöchentliche Anfragen nach Wohnungen oder Bauland“, sagte der Bürgermeister. Er versprach, Einheimischen aber Vorrang einzuräumen.

Den Schuldenstand von 1,3 Millionen Euro sah Dinter nicht als Problem. „Uns geht es viel besser als noch vor ein paar Jahren“, erinnerte er an die über vier Millionen Euro Schulden zu Beginn des Jahrtausends.

Selbstkritisch äußerte sich Dinter über die Veränderungssperre an der Wessobrunner Ortsdurchfahrt. „Da sind wir als Gemeinderat gescheitert“. Als Lehre daraus kündigte er bei zukünftigen Vorhaben wie „südlich der Klostermauer“ mehr Gespräche mit den Betroffenen an.

Viel zu Bereden gab und gibt es beim Breitbandausbau. Er ist in der Zwischenzeit aber einen Schritt weitergekommen, wie Gemeinderat Hermann Lautenbacher bei seiner Präsentation vermeldete. Mit der Telekom sind die Verhandlungen inzwischen abgeschlossen. Der Vertrag sieht digitale Anschlüsse bis zum Haus vor, was die Gemeinde rund 840 000 Euro kostet. Diese Summe liegt deutlich unter den ursprünglich genannten 1,3 bis 1,4 Millionen Euro und wird komplett kreditfinanziert. Der Ausbau soll im dritten Quartal 2019 beginnen und rund ein Jahr dauern. „Das ist aber optimistisch gesehen“, so Lautenbacher. Details wolle die Telekom in einer Bürgerversammlung erklären.

Nicht ganz ohne Reibungspunkte verlief die über einstündige Fragerunde. Von einer EU-Förderung für einen Obstkorb für die Kindergärten bis zu einem fehlenden Schubkarren auf dem Friedhof, bei dem eine Bürgerin spontan per Spende Abhilfe versprach, wurde gesprochen. Auch die

Parkplatzsituation rund ums Kloster, die Kosten der Rathaussanierung und der schwache Wasserdruck waren Thema. Moniert wurde zudem ein seit dem Frühjahr in Wessobrunn geparktes Schrottauto und die fehlende Information über die Sitzungen von Arbeitskreisen.

Roland Halmel

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