1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Wessobrunn

Feuerwehrhaus Forst: Emotionale Debatte im Wessobrunner Gemeinderat, doch es bleibt beim Verkauf

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Roland Halmel

Kommentare

Fast eineinhalb Stunden drehte es ich im Wessobrunner Gemeinderat wieder um den Verkauf des Forster Feuerwehrhauses, dem das Gremium im April mit einer 11:4-Mehrheit zugestimmt hatte. Nach einer zum Teil emotionalen Debatte, an der sich auch die rund 40 anwesenden Bürger beteiligen durften, blieb es beim Verkauf.

Wessobrunn – „Wir haben uns schon damals die Entscheidung gut überlegt“, sagte Bürgermeister Georg Guggemos zu Beginn der Sondersitzung, bei der er zunächst einen kurzen Rückblick gab.

Bereits vor über zehn Jahren gab es erste Ideen für einen Neubau. Konkreter wurde es 2017, als ein Standort in der Senke neben dem Sportheim ins Gespräch kam. Wegen der dafür zu erwartenden Kosten von bis zu fünf Millionen Euro verwarf der Gemeinderat diesen Vorschlag, bis nach den vergangenen Wahlen der verwaiste Gasthof „Bayrischer Hiasl“ als Vereinsheim und der Neubau eines Feuerwehrhauses daneben ins Gespräch kam. Aber auch diese Idee wurde zu den Akten gelegt, bis sich in diesen Jahr das Raiffeisenfeld als Lösungsmöglichkeit auftat.

Mögliches Tauschgeschäft mit Besitzer des Raiffeisenfeldes

Im Zuge der Verhandlungen mit dessen Besitzer, Georg Buchner-Arnold, wurde auch über ein mögliches Tauschgeschäft gesprochen, bei dem das Feuerwehrhaus abgegeben wird. „Das war ein Wunsch, aber keine Bedingung“, erklärte Guggemos, der klar machte, dass er eine gütliche Einigung auch wichtig für die zukünftige Zusammenarbeit mit einem der größten Grundbesitzer in Forst ist. „Ich will, dass es in Forst weitergeht, und das Feuerwehrhaus ist auch kein Schnäppchen“, sagte Buchner-Arnold.

„Ich bin sehr dankbar, dass er das Raiffeisenfeld verkauft, aber er macht das Feuerwehrhaus nicht zur Bedingung, deshalb bin ich der Meinung, solche Grundstücke in der Ortsmitte nicht herzugeben“, machte Gemeinderätin Gerlinde Sterr zum Tausch deutlich. „Wir hätten jedem Bürger das Recht geben sollen, das Haus zu kaufen“, ergänzte Hubert Schütz. Er war einer der Unterzeichner des Bürgerantrags, der zur Sondersitzung geführt hatte. Schütz kritisierte zudem die aus seiner Sicht unzureichende Information. „Alle Feuerwehrler sind informiert worden“, hielt Felix Kriesmair von der Forster Wehr entgegen.

Kriesmaier brachte mögliche Abrisskosten für das über 50 Jahre alte Gebäude ins Spiel und blickte in die Zukunft: „Wenn wir nicht auf den Wunsch eingehen, kann er beim nächsten Mal gleich Nein sagen.“

Feuerwehrkommandant: „Wir schwimmen nicht im Geld und müssen unsere Mittel in Betracht ziehen“

Für die frühere zweite Bürgermeisterin ging die Diskussion zu sehr auf die persönliche und zu wenig auf die sachliche Ebene. „Wir müssen den Grundstückskauf am Raiffeisenfeld vom alten Feuerwehrhaus trennen. Ohne Not muss man das nicht hergeben, und man kann es in zehn Jahren immer noch verkaufen“, sagte Annemarie Bösl. „Wir schwimmen nicht im Geld und müssen unsere Mittel mit Bedacht einsetzen“, warb stattdessen Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Andreas Reßler für das Tauschgeschäft. Klar dagegen war Diemut Coppola: „Es gibt auch Leute in der Gemeinde, die nicht in den Vereinen sind, vielleicht denkt man auch mal an die und auch die Älteren“, brachte sie eine mögliche Begegnungsstätte im alten Feuerwehrhaus ins Gespräch. „Da sehe ich keinen Treff für alte Leute, vielleicht können wir für so einen Zweck einen Teil am Raiffeisenfeld zurückhalten“, meinte der frühere Gemeinderat Michael Kirchbichler, der die gefundene Lösung zudem als gut lobte.

Letztlich beruhigten sich die Gemüter wieder, ehe Schützenmeister Michael Schelle abschließend nur einen Verlierer beim Tauschgeschäft ausmachte: das Finanzamt. Bei der namentlichen Abstimmung votierten sechs Gemeinderäte für die Aufhebung des Verkaufsbeschlusses, sieben für die Beibehaltung.

Weilheim-Penzberg-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Weilheim-Penzberg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Weilheim und Penzberg – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare