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Überraschung in der Bürgerversammlung: Wessobrunn will Klostergut wieder loswerden

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Von: Roland Halmel

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Bei der Bürgerversammlung in Wessobrunn berichtete Bürgermeister Georg Guggemos über die Gemeinde.  © Halmel

Zwei Bürgerversammlungen liegen bereits hinter Wessobrunns Rathauschef Georg Guggemos, wobei sich eine nur um den Breitbandausbau drehte und die andere am Telefon nur mit dem zweiten Bürgermeister stattfand. Nun gab es wieder eine richtige Bürgerversammlung.

Wessobrunn – Somit war die Zusammenkunft in der Wessobrunner Mehrzweckhalle, bei der es um alle Themen quer durch die Klostergemeinde ging, eine Premiere. Und das gleich im doppelten Sinne, da auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß erstmals Gast bei einer Wessobrunner Bürgerversammlung war. Sie übernahm auch den ersten Teil der Tagesordnung nach der Begrüßung durch den Rathauschef.

„Es freut mich, dass so viele gekommen sind“, sagte Guggemos mit Blick auf die rund 120 Anwesenden, ehe Jochner-Weiß einen kleinen Bericht über den Landkreis abgab. Sie schlug den Bogen von der Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge bis zu den Bauarbeiten in den Schulen und den Krankenhäusern.

Die Gesundheitsversorgung rückte im Anschluss in den Mittelpunkt. „Eine gute Infrastruktur in diesem Bereich wird für die nächste Generation eine große Kraftanstrengung“, warb sie für die Idee des Zentralkrankenhaus im Landkreis. Abschließend sprach sie noch ein Lob aus. „Es freut mich, dass wir endlich eine gute Zusammenarbeit mit Wessobrunn haben“, sagte die Landrätin.

Der Bericht von Guggemos stand unter dem Motto ZDF: Zahlen, Daten, Fakten. Ausführlich ging er auf die Finanzlage der Gemeinde ein. „2021 war ein schwieriges Jahr mit mehr Ausgaben und weniger Einnahmen“, erläuterte der Bürgermeister. Im Anschluss stellte er abgeschlossene Projekte in Wessobrunn, das mittlerweile 2263 Einwohner hat, vor. Darunter war die Erneuerung des Servers im Rathaus. „Da sind wir jetzt technisch auf dem neuesten Stand“, sah er die Kosten von gut 21 000 Euro gut angelegt. Etwa 50 000 Euro nahm die Gemeinde für die Sanierung des Kellerraums im Kindergarten Forst in die Hand. „Wir haben damit ein gutes Ergebnis erzielte“, so Guggemos über das Resultat, das zusätzlich Platz für die Kinder schaffte. Für den Nachwuchs nahm der Klosterort im Vorjahr, wie schon davor, viel Geld in die Hand. 680 000 Euro betrugen die Ausgaben für die beiden Kindergärten, und für die Grundschule und die Schülerbeförderung wurden 170 000 Euro ausgegeben.

Nicht ganz billig wird auch das neue Feuerwehrhaus/Vereinsheim in Forst, zu dem erste Pläne vorgestellt wurden. Die erste Kostenschätzung dafür liegt bei 3,3 Millionen Euro. „Wir suchen für das Projekt noch nach einen Betreiber für die Hackschnitzelheizung“, erklärte Guggemos, der auch eine Nachfolgerin für Christine Schütz sucht, die das Kinderkino in Forst durchführte und die jetzt aufhört.

Der Bürgermeister berichtete zudem über die Großprojekte wie den Breitbandausbau, dem Rathausumbau, der 1,23 Millionen Euro kostete, das neue Baugebiet Templhoffeld in Forst und das Klostergut. Letzteres möchte die Gemeinde wieder loswerden, was nach den Ehrungen in der Fragerunde von einigen Besuchern kritisiert wurde. „Das Thema wird in der nächsten Gemeinderatssitzung behandelt“, berichtete Guggemos zum Klostergut. Von vier Interessenten haben die Gemeinderäte in der Zwischenzeit in nicht öffentlicher Sitzung zwei herausgefiltert, die für geeignet erachtet werden, das defizitäre Projekt, für das die Gemeinde bisher 125 000 Euro berappen musste, zu übernehmen.

Die weiteren Fragen drehten sich um die Gestaltung des Vorplatzes der Mehrzweckhalle. „Das ist eine Rumpelkammer“, monierte Uli Klitzner. Aber auch die im Halteverbot parkenden Autos in einigen Wessobrunner Straßen, der geplante Mobilfunkmast in Forst/Guggenberg und die zuletzt etwas eingeschlafenen Bürgerkreise kamen zur Sprache, ehe der offizielle Teil nach gut zweieinhalb Stunden endete.

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