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Gleichmäßigkeit statt Geschwindigkeit: Beim „Berg-Revival“ starten die Oldtimer durch

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Von: Roland Halmel

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Axel Kühn wartete in seinem feuerroten De Tomaso auf den Start zum Bergrennen.
Axel Kühn wartete in seinem feuerroten De Tomaso auf den Start zum Bergrennen. © Roland Halmel

Kaiserwetter herrschte beim „Berg-Revival“ mit 84 Oldtimern am Forster Berg. Der erfolgreichen Premiere soll im nächsten Jahr eine Fortsetzung folgen.

Wessobrunn/Forst – Viele Sportarten richten sich nach dem Motto „Schneller, höher, weiter“. Das gilt auch für den Motorsport, aber nicht für alle Veranstaltungen. Beim „Berg-Revival“ in Wessobrunn/Forst stand nicht die Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern die Konstanz. Bei der Rückkehr an den Forster Berg nach rund 50 Jahren als Schauplatz eines Bergrennens ging es nicht darum, möglichst schnell die kurvenreiche Strecke hinter sich zu lassen, sondern in allen drei Durchgängen möglichst auf die Hundertstel Sekunde die gleiche Zeit zu fahren. An dieser sogenannten Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) beteiligten sich 84 historische Fahrzeuge, die schon viele Jahrzehnte auf dem Buckel hatten, die aber von ihren Besitzern liebevoll gepflegt und gehegt werden, um bei solchen Veranstaltungen oder Oldtimer-Treffen gefahren und präsentiert zu werden.

Fahrzeuge in drei Gruppen eingeteilt

„Mir geht es darum, Gleichgesinnte zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen“, erklärte Axel Kühn seine Motivation, mit seinem feuerroten De Tomaso in Forst an den Start zu gehen. Der Münchner gehörte mit seinem PS-starken Oldie zur ersten von drei Gruppen, in die Veranstalter Johannes Dornhofer die Teilnehmer einordnete. Die Einser Gruppe bestand vornehmlich aus Fahrzeugen italienischer Herkunft. In der Zweier tummelten sich vor allem Porsches verschiedenster Baujahre. Die Gruppe drei bildeten die ältesten Autos aus der Vorkriegsepoche.

Reinschauen war erlaubt. Im Fahrerlager standen auch Oldtimer der Kategorie drei, die ältesten Fahrzeuge.
Reinschauen war erlaubt. Im Fahrerlager standen auch Oldtimer der Kategorie drei, die ältesten Fahrzeuge. © Roland Halmel

Dazu gehörte der Ford Special von Kurt Guffanti aus dem Jahr 1928. „Der schafft in der Spitze 140 km/h,“ berichtete der Weilheimer, der diese Höchstgeschwindigkeit bei seinem offenen Oldie aber nicht unbedingt ausreizt. „100 km/h kann man längere Zeit problemlos fahren“, so Guffanti, der gut gelaunt im Fahrerlager die vielen Fragen der Besucher zu seinem Gefährt beantwortete.

Das nächste Berg-Revival ist schon geplant

Der Sammelpunkt der Fahrzeuge an der Wessobrunner Mehrzweckhalle, bevor sie sich zum Start am Fuße des Forster Bergs bei Schönwag machten, war den ganzen Tag über gut besucht, was angesichts des Traumwetters auch wenig verwunderte. „Wir hatten wirklich Wetterglück“, strahlte Dornhofer mit dem weiß-blauen Himmel um die Wette. Auch am Rennverlauf hatte er nichts auszusetzen. „Vom Briefing am Vormittag mit dem Landratsamt und der Polizei über den Rennablauf und mit dem Zeitplan bis zum letzten Start gab es keine Probleme“, sagte Dornhofer, der zudem die Unterstützung der Landwirte, die ihre Wiesen für Parkplätze zur Verfügung stellten, sowie der Feuerwehren Forst und Wessobrunn, die als Streckenposten und an den Parkplätzen im Einsatz waren, lobte.

Für Porsches gab es einen eigenen Bereich im Fahrerlager.
Für Porsches gab es einen eigenen Bereich im Fahrerlager. © Roland Halmel

Im Bewirtungsbereich auf dem Asphaltplatz vor der Mehrzweckhalle verkaufte der Kindergarten-Förderverein Kuchen an Besucher und Teilnehmer, die sich darüber hinaus an weiteren Ständen stärken und dann gemütlich unter Pavillons zusammensitzen konnten. „Ich habe von allen positive Rückmeldungen bekommen“, bilanzierte Dornhofer nach der erfolgreichen Premiere der „Gleichmäßigkeitsprüfung“. Eine Fortsetzung 2023 steht schon fest: „Dann wird es aber eher ein Termin im Herbst.“

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