Der große Graben und nichts geht weiter in Wessobrunn. 

Posse in Wessobrunn

Der große Graben

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Offene Gräben ziehen sich seit Oktober durch den Pfarrhof von Wessobrunn. Die Telekom hatte damals angefangen, dort zu buddeln, weil eine Leitung defekt war. Weil der Pfarrhof Bodendenkmal ist, mussten die Arbeiten eingestellt werden. Nun passiert seit Monaten nichts mehr.

Wessobrunn Angefangen hat alles damit, dass das Telefon des Wessobrunner Pfarrers, Pater Joyice Lanithottam, nicht mehr funktionierte. Im Oktober des vergangenen Jahres rückte die „Deutsche Telekom AG“ an und machte sich auf Problemsuche. „Es hieß, dass irgendwo eine Leitung defekt ist“, erzählt der Wessobrunner Bürgermeister Helmut Dinter. Daraufhin versuchten die Techniker der Telekom, die Leitung wiederherzustellen und verlegten dazu ein Provisorium in den Keller des Klosters. „Dort hingen lauter Leitungen herum“, sagt Dinter. Dieses Provisorium sollte die Eigentümerin des Klosters absegnen. Diese weigerte sich aber.

Dann kamen die Bagger. Die Telekom begann, lange Gräben quer durch den Pfarrhof zu buddeln. Als der Bürgermeister erfuhr, dass dort gegraben wird, wandte er sich an die Denkmalschutzbehörde, um einen Baustopp zu erwirken. „Der Pfarrhof ist ein Bodendenkmal und man muss sich dort durch alte Fundamente durchgraben“, erläutert Dinter. Die Denkmalschutzbehörde schickte Archäologen nach Wessobrunn, die einschätzen sollten, ob sich die Grabungsarbeiten mit Denkmalschutz vereinbaren lassen, dass der Klosterhof ein Bodendenkmal ist. „Der Dreck, der hochgebuddelt wurde, wurde von dem Archäologen angeschaut. Da waren Ton- und Glasscherben dabei“, sagt Dinter.

Daraufhin habe der Denkmalschutz die Bauarbeiten gestoppt und die Telekom damit beauftragt, ein Gesamtkonzept vorzulegen. Seitdem ist nichts mehr passiert im Wessobrunner Klosterhof. Seit Oktober liegen die offenen Gräben so da, wie sie im Herbst aufgebuddelt worden waren.

Wann das Gutachten fertig ist und die Arbeiten im Klosterhof fortgesetzt werden können, ist auch bei der Telekom noch offen, wie ein Sprecher sagt: „Ein Gutachter ist beauftragt und auch schon in Kontakt mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Wir warten jetzt ab, bis das Gutachten vorliegt.“ Erst anschließend falle die Entscheidung, wie es weitergehe, sagt der Sprecher. Bis dahin sei die Leitung provisorisch wiederhergestellt. Der Wessobrunner Pfarrer Lanithottam kann also wieder telefonieren. Laut Dinter hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass die Ursache für die tote Leitung nicht die von der Telekom Vermutete war: Die Leitung war an anderer Stelle gekappt worden. „Der ganze Aufwand wäre gar nicht nötig gewesen“, sagt der Bürgermeister.

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