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Haider Dorfladen wird auf Eis gelegt

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Von: Roland Halmel

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Ein Bagger reißt ein Haus ab.
Auf diesem Grundstück soll der Haider Dorfladen gebaut werden. © FKN

Die Gemeinde Wessobrunn plant in Haid das Projekt „Keller-Liesl-Haus“ mit Dorfladen, Mehrzweckraum und Wohnungen. Doch jetzt legte der Gemeinderat das Vorhaben vorerst auf Eis.

Wessobrunn/Haid – Das Projekt „Keller-Liesl-Haus“ ist im neuen Wessobrunner Gemeinderat im Gegensatz zur Besetzung in der vorherigen Legislaturperiode nicht unumstritten. Das deutete sich in den vergangenen Wochen bereits an. In der Sitzung vor der Sommerpause fasste das Ratsgremium nun einen neuen Beschluss zum Bauvorhaben mit Dorfladen und Wohnungen. Das Vorhaben wird nicht eingestellt, wie einige Befürworter befürchteten, es wird aber vorerst auf Eis gelegt.

„Das Thema wurde bei der Klausurtagung des Gemeinderats kontrovers diskutiert“, leitete Bürgermeister Georg Guggemos die Diskussion zu dem Tagesordnungspunkt ein. Für die Fortführung des Projekts sprach laut Rathauschef, dass bereits Geld für die Planung ausgegeben und viel ehrenamtliches Engagement eingebracht worden war, dass sonst ein Zeitverlust droht und dass das Projekt, das dem demografischen Wandel Rechnung trägt, rentierlich ist und sich selbst trägt.

Gleichzeitig gab es Argumente, die dagegen sprachen. Guggemos verwies dabei auch auf andere Großprojekte in der Gemeinde wie den Breitbandausbau, das Klostergut, Baugebiete, den Flächennutzungsplan und das Vereinsheim Forst. „Zu viele Projekte auf einmal können nicht gestemmt werden, und wir sollten das Augenmerk auf Vorhaben richten, die bereits laufen oder zeitnah abgeschlossen werden müssen“, erklärte Guggemos. Das „Keller-Liesl-Haus“ fällt seiner Meinung nach nicht darunter.

Zudem brachte der Bürgermeister die finanziellen Fragen ins Spiel, die durch die Corona-Krise bedingt sind. „Bisher sind bei uns 600 000 Euro Gewerbesteuerausfälle bekannt, und was es sonst noch für Auswirkungen gibt, ist unklar“, mahnte Guggemos zur vorsichtigen Ausgabenpolitik. Gleichzeitig habe das Dorfladen-Projekt in der bisher geplanten Form, „nicht die notwendige Zustimmung in der Bevölkerung“, ergänzte Guggemos, der zudem Überschneidungen mit den möglichen Nutzungen im Klostergut sah. Das Keller-Liesl-Haus soll aber deshalb nicht sterben, stellte der Rathauschef klar.

Geplant ist eine Pause einzulegen. „Der Arbeitskreis hat sich getroffen, und ich habe eine Mail bekommen, dass er damit einverstanden ist“, so Guggemos über den Arbeitskreis „Dorfladen“.

„Die Akzeptanz ist nicht so da, deshalb ist die Pause in Ordnung“, sagte Gemeinderätin Gerlinde Sterr über die Planungen für das „Keller-Liesl-Haus“. „Das Konzept gehört bei der Größe überarbeitet“, ergänzte Michael Geburek. Nur Richilde Kölbl sprach sich klar für eine Fortsetzung aus. „Wegen der Fördermittel müssen wir dran bleiben. Das Projekt ist rentierlich.“

Ein „bisschen Pause machen“ und im Hintergrund dennoch weiter nach Fördermöglichkeiten schauen, das war für Guggemos keine Option. „Es sei denn, es tut sich eine Förderung auf, die deutlich über den normalen Förderungen liegt“, plädierte der Bürgermeister für ein Aussetzen des Projekts bis zu den Haushaltsberatungen 2021 im März nächsten Jahres. Bei drei Gegenstimmen votierte der Gemeinderat dann auch für das Moratorium. „Die Auszeit, in der keine Aufträge vergeben werden, soll genutzt werden, um das Projekt grundlegend zu überdenken. Hierfür sollen viele Haider zum Mitmachen animiert werden“, schloss Guggemos den Tagesordnungspunkt.

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