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Das „Keller-Liesl-Haus“ soll abgerissen werden. Dort könnte ein Gebäude mit Dorfladen entstehen. 

„Keller-Liesl-Haus“ in Haid

Dorfladen: Jetzt ist die Meinung der Bürger gefragt

Rund 85 Interessierte sind zur Ortsteilversammlung nach Haid gekommen, bei der es um die Zukunft des Grundstückes ging, auf dem das „Keller-Liesl-Haus“ steht. Ob dort ein Dorfladen entstehen kann, wird derzeit in einer Bürgerbefragung geklärt.

Haid – Das Interesse der Haider an den Themen „Keller-Liesl-Haus“ und „Dorfladen“ war groß: 85 Bürger und Bürgerinnen sind vergangene Woche zu der Ortsteilversammlung ins Schützenheim nach Haid gekommen, um sich über das Projekt zu informieren.

Die Gemeinde Wessobrunn hat das Grundstück in der Ortsmitte von Haid, auf dem derzeit noch das „Keller-Liesl-Haus“ steht, vor ein paar Jahren von einer Erbengemeinschaft gekauft. Es wurde eine Projektgruppe gebildet, die sich damit befasste, was aus dem 1700 Quadratmeter großen Grundstück werden soll. „Die Ideen reichten von einem Schlachthof über einen Dorfladen bis zur grünen Wiese“, sagt Bürgermeister Helmut Dinter.

Im Laufe der Zeit seien immer mehr Vorschläge aus der Liste herausgefallen und der Dorfladen sei übrig geblieben. Derzeit sei die Idealvorstellung, ein Haus zu bauen mit einem Mehrzweckraum, der zum Beispiel für Eltern-Kind-Treffen genutzt werden könnte, mit Wohnungen und mit einem Dorfladen, so Dinter. Für die Konzeption habe man den „Dorfladen-Papst“ Wolfgang Gröll gewinnen können.

Dieser hat schon viele Dorfläden auf den Weg gebracht und vertritt die Auffassung, dass ein solcher Laden professionell geführt sein muss, wenn er eine Chance auf Bestand haben will. „Damit könnten wir in Haid unter Umständen auch Arbeitsplätze schaffen“, sagt Dinter. Der Bürgermeister könnte sich vorstellen, den Dorfladen genossenschaftlich zu organisieren.

Um herauszufinden, ob ein solcher in Haid eine Chance hätte, sind an alle Haushalte Fragebögen verteilt worden, in denen die Bürger nach ihrem Einkaufsverhalten und ihren Wünschen für den Dorfladen befragt werden. Die Bürgerbefragung läuft noch bis 12. Februar, dann werden die Ergebnisse ausgewertet. Vom Ergebnis hängt ab, ob die Planungen für den Dorfladen weiter laufen. „Es könnte sein, dass wir sagen müssen: ,Es geht nicht’. Es könnte aber genauso gut sein, dass wir sagen, wir brauchen einen Vollsortimenter in Haid“, sagt Dinter.

Bei der Ortsteilversammlung jedenfalls sei die Stimmung seiner Wahrnehmung nach so gewesen, dass der überwiegende Teil der Anwesenden einen Dorfladen haben will. Auch, weil er die ideale Möglichkeit biete, regionale Produkte unkompliziert zu vermarkten. Nur wenige Bürger seien vehement gegen die Pläne für einen Dorfladen gewesen.

Wenn die überwiegende Zahl der Haider den Dorfladen befürwortet und auch in ihm einkaufen würde, dann gingen die Planungen weiter, sagt der Bürgermeister. Dann werde geschaut, was auf welche Weise finanziert werden könne, was realisierbar sei, was nicht. „Die Idee ist, einen Treffpunkt in der Ortsmitte von Haid zu schaffen – vielleicht sogar mit einer Café-ecke.“

Kathrin Hauser

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