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Lange Arbeitstage, die aber Spaß machen

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Von: Roland Halmel

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Der neue Wessobrunner Bürgermeister Georg Guggemos vor dem Gasthaus Bayerischer Hiasl in Forst
Der neue Wessobrunner Bürgermeister Georg Guggemos vor dem Gasthaus Bayerischer Hiasl in Forst, mit dem er als angedachtes Vereinsheim noch zu tun haben wird. © Roland Halmel

Kommunalpolitische Erfahrung hatte Georg Guggemos nicht vorzuweisen. Dennoch wurde er überraschend zum Bürgermeister von Wessobrunn gewählt. Als langjähriger Beamter im Landratsamt ist er mit der Verwaltungsarbeit vertraut, und den Ort kennt er als Vorsitzender des Sportvereins. Wie er seine ersten 100 Tage im neuen Amt erlebte, besprach er mit Tagblatt-Mitarbeiter Roland Halmel.

Herr Guggemos, macht das Bürgermeisteramt bisher Spaß?

Ich gehe sehr gerne in die Arbeit. Es ist ein sehr interessanter und spannender Job. Es gibt sehr viel zu tun. Dennoch habe ich es nicht bereut, zu kandidieren. Mir macht es Spaß.

Man geht ja mit gewissen Erwartungen in eine neue Position: Haben sich Ihre erfüllt?

Durch den intensiven Wahlkampf war ich entsprechend vorbereitet. Ich habe auch schon viele Leute kennengelernt und zahlreiche Gespräche geführt. Insgesamt denke ich, sind meine Erwartungen weitgehend eingetroffen.

Hat sich ihr Freizeitverhalten gegenüber der „Vor-Bürgermeisterzeit“ geändert?

Absolut. Ich bin am Wochenende daheim mit dem Laptop am Arbeiten. Abends komme ich meist erst spät aus dem Büro, dadurch bekomme ich unter der Woche meine im Mai geborene Tochter nur selten wach zu sehen. Die Freizeit ist aktuell sehr eingeschränkt.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und der Verwaltung?

Gut. Klar gibt es im Gemeinderat teilweise unterschiedliche Positionen. Das hat man schon im Wahlkampf gemerkt. Aber das gehört dazu. Trotzdem passt die Zusammenarbeit. Das zeigt sich beispielsweise dadurch, dass man nach den Sitzungen noch da bleibt und sich unterhält. Mit den beiden stellvertretenden Bürgermeistern läuft es auch sehr gut. Das gleiche gilt auch für die Verwaltung und den Bauhof, mit denen es regelmäßige Besprechungen gibt.

Gab es etwas, was in den ersten 100 Tagen als Bürgermeister besonders erfreulich war?

Da gab es einiges: Besonders gefreut hat mich die Senkung der Hochzeitsgebühren für Einheimische, dass das leidige Thema Kabelgraben am Kloster erledigt ist, dass wir durch die Umstellung auf die papierlosen Sitzungen etwas für die Umwelt tun und dass es geklappt hat, noch ein Ferienprogramm aufzulegen.

Und was war unerfreulich?

Natürlich die Schließung der VR-Bank, die ich bedauere. Sehr schade ist auch, dass Franz Lutz aus dem Gemeinderat ausgeschieden ist. Seine zwölfjährige Erfahrung hätten wir gut gebrauchen können.

Auffallend bei den Gemeinderatssitzungen sind neuerdings die sehr langen Tagesordnungen mit vielen Punkten. Was ist da der Hintergrund?

Da spielen mehrere Gründe mit hinein. Es ist derzeit sehr viel los. Zudem ist mir die Informationspolitik gegenüber der Gemeinde und den Bürgern sehr wichtig. Ich will umfassend informieren, deswegen ist die Tagesordnung, auch durch die Einführung der Rubrik „Sachstandsberichte“, sehr voll. Ziel ist es, dass sich der Bürger ein gutes Bild davon machen kann, was in der Gemeinde gerade los ist.

Was ist, wenn Wessobrunner keine Zeit für den Besuch einer Gemeinderatssitzung haben: Wie können sich die informieren?

In Sachen Bürgerinformation fahren wir einen sehr fortschrittlichen Weg, beispielsweise mit der „Wessobrunn-App“. Auch auf der Homepage der Gemeinde gibt es vielerlei Informationen. Die Bekanntmachung der Tagesordnung ist inzwischen auch wieder online. Neu eingeführt habe ich eine Telefonsprechstunde, bei der man direkt bei mir anrufen kann.

Die Corona-Krise ist das dominierende Thema der letzten Monate: Wie ist sie in Wessobrunn zu spüren?

Die Gewerbesteuer-Vorauszahlungen sind bereits deutlich gesunken. Insgesamt wird es eklatante finanzielle Einbußen für die Gemeinde geben.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte Ihrer Arbeit in den nächsten Monaten?

Die Baulandentwicklung in Forst, die Übernahme des Gasthauses Bayerischer Hiasl in Forst und das Konzept für das Klostergut.

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