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Begrüßung im Neuschnee: Andreas Reßler (vorne), (v.l.) Pfarrer Georg Fetsch, Abt Markus Eller und Pater Joyice vor der Segnung.
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So ist es Tradition: Nach der Segnung ritt der Zug drei Mal um die Kirche St. Leonhard. Foto: gronau
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Leonhardiritt in Forst

Ein Festtag trotz Schneeregens

91 Rösser, drei Kutschen und mehrere hundert Zuschauer, die sich vom Schneeregen ihren Dorffeiertag nicht nehmen ließen: Leonhardi in Forst heuer war wieder ein bewegendes Ereignis, bei dem sich zeigte, dass die Tradition lebendig ist.

Forst – Auf einen Schlag waren die Wiesen weiß. Wer am Monatg von Weilheim oder Peißenberg aus zum Forster Leonhardiritt fuhr, kam vom Regen in matschigen Schnee. Es war bitterkalt und nass. Dennoch säumten gegen 10.30 Uhr mehrere hundert Zuschauer die Straßen und Wege in Forst, als sich der Zug unterhalb der Kirche in Bewegung setzte: 91 festlich geschmückte Rösser mit geflochtenen Mähnen und kunstvoll frisierten Schweifen, ihre Reiter, die für den Festtag Tracht trugen und drei Kutschen – die des Forster Leonhardivereins mit einem Modell der Dorfkirche, die auf der die Musikkapelle Forst saß und die Kutsche mit den Ehrengästen mit dem Hohenpeißenberger Leonhardivereinschef Georg Führer, dem Ehrenmitglied des Peißenberger Leonhardivereins, Karl Holl, der Landrätin Andrea Jochner-Weiß und der zweiten Bürgermeisterin von Wessobrunn, Annemarie Bösl.

Bürgermeister Helmut Dinter, der sonst mit in der Kutsche sitzt, zog es heuer vor, das Geschehen vom Straßenrand aus zu verfolgen. „Das hat mit dem Verein nichts zu tun“, sagte Dinter dazu, er habe niemanden vor den Kopf stoßen wollen. diese Entscheidung habe er getroffen, weil er nicht mit der Landrätin in einer Kutsche sitzen wolle. Das Verhältnis zwischen ihr und ihm sei eben nicht das beste, deswegen habe er seine Stellvertreterin gebeten, für heuer seinen Platz einzunehmen.

Als Rösser und Reiter am Wirtsanger angekommen waren, konten die Regenschirme eingeklappt werden: Der Schneeregen wurde schwächer und hörte schließlich ganz auf. „Ich freue mich, dass wir so viele hier in Forst begrüßen können, obwohl das Wetter nicht optimal ist“, sagte der Vorsitzende des Forster Leonhardivereins, Andreas Reßler zur Begrüßung.

Pfarrer Georg Fetsch und Pater Joyice und Abt Markus Eller vom Kloster Scheyern hatten zuvor schon den Festgottesdienst gehalten und standen nun hoch zu Ross inmitten des Wirtsangers, um sie Rösser und Reiter. Nach einer kurzen Andacht segnete Abt Eller Rösser und Reiter. Anschließend ritt der Zug noch drei Mal um die Kirche.

Der Leonharditag ist in Forst der wichtigste Dorffeiertag. Er wird jedes Jahr am 6. November gefeiert, ob es regnet oder schneit, ob Wochenende oder Wochenbeginn, fast der ganze Ort und viele Besucher aus den umliegenden Gemeinden kommen, um Leonhardi zu begehen.

Angela und Willi Zapf aus Peißenberg kommen jedes Jahr zu Leonhardi nach Forst. „Es ist immer wunderschön hier“, sagt Angela Zapf. Früher war ihr Mann als Polizist im Einsatz, wenn die Straße abgesperrt werden musste und auch nach seiner Pensionierung ist er dem Forster Leonhardiritt treu geblieben. Das Ehepaar steht mit Sieglinde Lutz aus Forst vor dem „Bayerischen Hiasl“, der für den heutigen Festtag ausnahmsweise geöffnet ist. „Ich komme hierher, weil es zur Tradition gehört“, sagt Lutz.

Zur Tradition gehört es in Forst auch, dass an diesem Tag die Familie zusammenkommt. Die, die arbeiten müssen, nehmen Urlaub, die heimischen Betriebe schließen für einen Tag. Entweder treffen sich die Forster treffen sich die Forster zu Hause zum Mittagessen oder sie gehen gemeinsam ins Wirtshaus. Traditionell endet der Leonharditag mit einem Tanz, heuer wieder beim „Bayerischen Hiasl“.

Kathrin Hauser

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