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Überraschung in Wessobrunn: „Maro“- Genossenschaft übernimmt Klostergut 

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Von: Roland Halmel

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Die Genossenschaft „Maro“ soll das ehemalige Klostergut Wessobrunn übernehmen und nach einer Sanierung auch einer neuen Nutzung zuführen.
Die Genossenschaft „Maro“ soll das ehemalige Klostergut Wessobrunn übernehmen und nach einer Sanierung auch einer neuen Nutzung zuführen. © halmel

Die Entscheidung ist gefallen und sie fiel sehr deutlich aus. Die Gemeinde Wessobrunn wird das vor vier Jahren in Erbpacht übernommene frühere Klostergut an die „Maro“-Genossenschaft abgeben. Der zweite Kandidat, der in die engere Wahl gezogen wurde, der „Verein Klostergut“, bekam in der Abstimmung in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause nur zwei Stimmen.

Wessobrunn – „Wir wollen die Entscheidung nicht auf die lange Bank schieben“, erklärte Bürgermeister Georg Guggemos bei der Vorstellung der beiden Interessenten für das Klostergut Mitte Juli in der Mehrzweckhalle. Eine Woche später machte der Wessobrunner Gemeinderat auch gleich Nägel mit Köpfen. Ehe es zur Abstimmung kam hatten die Ratsmitglieder, aber auch die Bürger in der Bürgerviertelstunde noch Gelegenheit, ihre Meinung zu dem Thema zu äußern.

Bei einigen schwang dabei eine gewisse Enttäuschung darüber mit, dass es die Gemeinde selbst nicht schaffte, das Projekt „Klostergut“ zu stemmen. „Der jetzige Gemeinderat steht leider nicht so hinter dem Thema wie der alte“, sagte Gemeinderätin Gerlinde Sterr. „Wir hatten damals bei der Übernahme selbst kein Konzept für das Klostergut“, räumte Ratskollege Andreas Reßler ein. Richilde Kölbl bedauerte das fehlende Interesse der Wessobrunner, was sich beim schwachen Besuch der Vorstellungsversammlung zeigte. „Ich hätte mir mehr Bürgerbeteiligung gewünscht, deshalb bin ich schon etwas enttäuscht“, bekannte Kölbl.

„Das ist kein kleines Projekt, das kann die Gemeinde nicht stemmen“, zeigte Max Obholzer Verständnis dafür, das Klostergut abzugeben. „Mir ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, aber ich werde für ,Maro’ stimmen“, erklärte danach Mirjam Kopp, was vielen aus dem Rat ähnlich erging. „Für mich ist ,Maro’ der sichere Partner“, urteilte Andreas Reßler. „Für die Zukunft wäre der Verein die bessere Lösung“, sprach sich Franz Erhard neben Leonhard Reßler, der die Nachhaltigkeit des Vereinskonzepts betonte, gegen die Genossenschaft aus.

In seinem Schlusswort vor der Abstimmung erläuterte der Bürgermeister seine Entscheidung, für die „Maro“ zu votieren. „Mir hat ihr Finanzierungskonzept gefallen, denn als Gemeinde können wir kein Risiko eingehen“, sagte Guggemos. „Die ,Maro’ hat viele Referenzen, der Verein hat sicher auch Erfahrung, aber nicht als Team und bei so großen Projekten“, ergänzte der Rathauschef mit Blick auf die im Vorfeld skizzierten benötigten Finanzmittel von mindestens 18 Millionen Euro. „Und dann ist die Organisationsstruktur im Verein auch nicht ganz so klar, wie bei der ,Maro’“, beendete Guggemos seine Einordnung.

In der Abstimmung bekam die „Maro“ bei Gegenstimmen von Franz Erhard und Leonhard Reßler dann auch den Zuschlag der Gemeinde. Die Genossenschaft wird damit das Klostergut für eine jährliche Erbpacht von 60 000 Euro übernehmen. Vielleicht fließen dann auch noch Ideen in Sachen „Energiekonzept“ und „Nutzung des Grünlands“, die der Klostergut-Verein bei dem historischen Ensemble gerne verwirklicht hätte, mit ein. Eine diesbezügliche Anregung aus der Bürgerschaft nahm das Ratsgremium wohlwollend zur Kenntnis.

Wie bereits berichtet, fokussiert sich die „Maro Ge-nossenschaft“ bei ihrem Konzept auf die Wohnnutzung, wie Vorstand Martin Okrslar bei der Präsentation im Juli ausführte. Es werde auf lebendige Gemeinschaften gesetzt, die sich gegenseitig unterstützen, beschrieb Okrslar die Idee der Genossenschaft. In diesem Sinne sollen in zwei Bauabschnitten rund 44 Wohnungen entstehen. Kunst und Kultur sollen weiter ihren Platz im Klostergut haben und das Angebot sogar erweitert werden.

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