Soll bewahrt werden: der Charakter der Ortsdurchfahrt von Wessobrunn. Foto: Ruder

Ortsdurchfahrt Wessobrunn

Drei Häusertypen sollen erlaubt sein

Die Ortsdurchgangsstraße in Wessobrunn soll ihr Erscheinungsbild behalten. Das will der Gemeinderat mit dem Bebauungsplan „Entlang der historischen Staatsstraße 2057“ erreichen. Ein Arbeitskreis hat sich nun damit befasst und drei Häusertypen erarbeitet, die dort erlaubt sein sollen.

Wessobrunn – Der Charakter der Wessobrunner Ortsdurchgangsstraße soll erhalten bleiben. Das haben die Wessobrunner Gemeinderäte nach einem Ortstermin im Sommer beschlossen und daraufhin eine Veränderungssperre erwirkt (wir berichteten). Damit hat die Gemeinde insgesamt zwei Jahre Zeit, um den Bebauungsplan „Entlang der historischen Staatsstraße 2057“ aufzustellen, der in erster Linie die Zöpfstraße und die Zimmermannstraße betrifft.

Mit diesem Bebauungsplan soll verhindert werden, dass weiter passiert, was bereits mit einigen historischen Gebäuden an der Ortsdurchgangsstraße passiert ist: Nachdem die alten Häuser eine Weile leergestanden waren, wurden sie weggerissen „Und es wurden zum Teil schreckliche Sachen hingebaut“, sagt Bürgermeister Helmut Dinter. Zudem sei Nachverdichtung nicht erwünscht. „Die charakteristischen Bauten, die freien Flächen und die Sichtachsen. Wir wollen den Charakter der Straße erhalten“, sagt Dinter.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung sollten nun die Häusertypen festgelegt werden, die auch im neuen Bebauungsplan erlaubt sein sollen, doch die Entscheidung wurde vertagt. Das Gremium beschloss, zunächst eine Planerin mit einzubeziehen und sich im Arbeitskreis „Ortsentwicklung“ mit dem Thema zu befassen.

Diese Gruppe hat sich inzwischen getroffen und anhand von historischen Unterlagen und Fotos drei Häusertypen bestimmt, die in dem Bebauungsplan für Neubauten erlaubt sein sollen: „Häusertyp A“ beschreibt den klassischen Wessobrunner Bauernhof, in dem sich vorne das Wohnhaus und hinten die Tenne befindet. Er hat zwei Vollgeschosse und ein so steiles Dach, dass darunter noch ein Stockwerk bewohnt werden kann. „Häuserty B“ sieht so ähnlich aus, hat aber ein viel flacheres Dach, sodass darunter kein weiterer Wohnraum entsteht. Der „Häusertyp C“ beschreibt Einfamilienhäuser ohne Tenne, die zwar viel kleiner, den Bauernhäusern aber dennoch ziemlich ähnlich sind.

Zudem gibt es Vorschriften zur baulichen und städtebaulichen Gestaltung in diesem Bereich. Zum Beispiel sollen an den zur Zöpfstraße und Zimmermannstraße ausgerichteten Fassaden keine Wintergärten, Erker und Wohnraumerweiterungen zulässig sein.

Das Aufstellungsverfahren für den neuen Bebauungsplan läuft bereits, in der Januarsitzung befasst sich der Gemeinderat erneut mit dem Thema. Dinter ist zuversichtlich, dass der Bebauungsplan verabschiedet werden kann, bevor die Veränderungssperre nach zwei Jahren nicht mehr gilt.

Im Ortsteil Haid wurde ebenfalls nach einer Veränderungssperre ein entsprechender Bebauungsplan aufgestellt, mit dem bauliche Schandtaten tunlichst vermieden werden sollen. „Am Anfang gab es da Protest, aber inzwischen, nachdem die Bürger sehen, was dabei herauskommt, sind alle einverstanden“, sagt Dinter.

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