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Das „Keller-Liesl-Haus“ muss abgerissen werden. Hier könnte ein Dorfplatz entstehen.

Ortsteilversammlung Haid

Dorfladen auf der Wunschliste

Haid - Ausführlich diskutiert wurde bei der Ortsteilversammlung Haid. Es ging Hochwasserschutz, Bauland und ein Ortszentrum.

Bürgerversammlungen gibt es in Wessobrunn schon seit Jahrzehnten. Kleinere Versammlungen in den Ortsteilen erlebten in diesem Jahr dagegen ihre Premiere. Im Juni gab es die erste in Forst und jetzt folgte eine weitere in Haid.

Das Interesse dafür ist offensichtlich vorhanden. Wie schon in Forst kamen rund 80 Besucher ins Stüberl des Schützenheims, um über Haider Themen zu reden. „Ich bin baff, dass so viele gekommen sind. Es ist ja fast zu klein hier“, sagte Bürgermeister Helmut Dinter zur Begrüßung, der froh über die Resonanz war. Denn. „Mit einer solchen Versammlung wollen wir über die spezifischen Probleme mit den Betroffenen ins Gespräch kommen.“

Drei Themenkomplexe hatte er dabei mitgebracht. Einige weitere förderte eine Abfrage unter den Anwesenden zu Beginn zutage. Zur Sprache kam zunächst der Hochwasserschutz. „Während der Starkregen im Frühjahr sind viele Keller voll Wasser gelaufen“, berichtete Dinter. Um dies in Zukunft zu verhindern, erfolgte im Sommer eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Regenwasserkanäle, für die keine Pläne existieren. Darüber hinaus wurden die vorhandenen Klosterweiher saniert, damit sie wieder ihre Funktion als Rückhaltebecken erfüllen. „Jetzt ist die Idee entstanden, westlich der Sebastian-Jaud-Straße einen neuen Kanal zu machen und südlich davon ein weiteres Rückhaltebecken“, sagte Dinter. Ein zusätzlicher Wall aus dem Aushub stieß bei der anschließenden Diskussion auf Gegenwind. Stattdessen wurde ein Graben ins Spiel gebracht. „Da müssen wir uns vor Ort noch mal unterhalten“, schloss Dinter dieses Thema ab.

Auch bei der baulichen Entwicklung von Haid rückte im Anschluss die vorher angesprochene Straße in den Fokus. „Hier wursteln wir schon seit geraumer Zeit mit den Eigentümern herum“, berichtete der Bürgermeister. Es gebe Überlegungen, westlich der vorhandenen Häuser ein Baugebiet mit bis zu 20 Grundstücken auszuweisen.

Als dritten großen Punkt ging es in der Versammlung um das sogenannte „Keller-Liesl-Haus“ im Ortszentrum, das sich im Gemeindebesitz befindet und das abgerissen werden muss. Was dort entstehen könnte, darüber gab es verschiedene Ideen. Von einem Dorfplatz oder einer Kapelle über eine Kneipe bis hin zu einem Spielplatz, einer Tagespflege und einem Dorfladen reichten die Vorschläge. Vor allem der Dorfladen stieß auf breite Zustimmung. „Auch eine Kombination ist möglich. Wir werden uns über das Thema im Arbeitskreis ,Ortsentwicklung‘ unterhalten“, versprach der Rathauschef.

Zum Abschluss der gut zweistündigen Versammlung ging es noch um einige Detailfragen und die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Ortsdurchfahrt. Um Fahrer zum Bremsen zu bewegen, hatte der Gemeinderat schon 2012 eine Rechts-Vor-Links-Regelung angeregt – das Vorhaben scheiterte am Protest der Haider. 235 Unterschriften wurden gesammelt, um die Regelung zu verhindern. Doch wie soll der Verkehr denn nun ausgebremst werden? Dafür wurde immer noch keine Lösung gefunden. „Lasst uns diesbezüglich weiterüberlegen“, regte Dinter zum Schluss dazu weitere Gespräche an.

Roland Halmel

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