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Damit hat keiner gerechnet: Pläne für neues Baugebiet in Forst vorgestellt

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Von: Roland Halmel

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eine Wiese neben einer Strasse
Hier soll das neue Forster Baugebiet entstehen.  © Roland Halmel

Seit Jahrzehnten versucht die Gemeinde Wessobrunn in Forst Bauland zu schaffen. Das erwies sich lange Zeit als schwierig. Jetzt ist es gelungen: Beim Templhoffeld nördlich der bestehenden Wohnbebauung können bis zu 21 Häuser entstehen.

Forst – „Die Verbriefung des Grundstückskaufs im April war ein historischer Tag“, freute sich Bürgermeister Georg Guggemos, nachdem der Vertrag über den Kauf von rund 16 500 Quadratmetern unterzeichnet war. In der Gemeinderatssitzung stellte der Rathauschef nun auch die Pläne für das neue Baugebiet vor, das Grundstücksgrößen von 550 bis 680 Quadratmetern vorsieht. „Die Regierung von Oberbayern meinte, das wären viel zu große Grundstücke“, berichtete Guggemos. Eine engere Bebauung kam für die Gemeinde aufgrund der ländlichen Struktur von Forst aber nicht in Frage.

Beim Blick auf den Plan störte sich Gemeinderätin Richilde Kölbl an dem Verlauf der Erschließungsstraße: „Die gerade Straße gefällt mir nicht so gut, da hätte man auch eine anderen Möglichkeit zur Gestaltung gehabt.“ „In der Gestaltung bekommen wir keine Note Eins“, räumte Guggemos ein, wobei er darauf verwies, dass durch diesen simplen Straßenverlauf der zur Verfügung stehende Baugrund bestmöglich genutzt werden kann. „Das wird auch keine Autobahn, da kommen noch Bäume rein“, meinte Gemeinderätin Gerlinde Sterr. „Und es wird ein paar Parkbuchten geben“, ergänzte der Bürgermeister.

Nachdem die Pläne einstimmig genehmigt wurden, befasste sich das Ratsgremium mit den Vergaberichtlinien für die Grundstücke. „Durch eine Arbeitsgruppe haben wir die Wessobrunner Baulandrichtlinien ausgearbeitet, die sich am Muster des Birkländer-Modells orientierten“, sagte Guggemos. Im Wesentlichen sieht die Richtlinie vor, dass es eine Vergabe zu einem regulären und zu einem vergünstigten Preis gibt. Letzteres setzt voraus, dass der oder die Bewerber volljährig sind und kein angemessenes Immobilieneigentum in der Gemeinde besitzt bzw. besitzen. Die Einkommensgrenze beträgt 50 147 Euro, wobei für jedes Kind 7875 Euro hinzugerechnet werden können.

Für die Interessenten wird es eine Punktevergabe geben, die Orts- und Vereinszugehörigkeit, Erwerbstätigkeit im Ort, Kinder, Schwerbehinderung und Pflegebedürftigkeit berücksichtigt. „Es können maximal 40 Punkte erreicht werden“, erklärte Guggemos. Im neuen Haus muss 15 Jahre der Erstwohnsitz gemeldet sein, ansonsten besteht für die Gemeinde Wiederkaufsrecht.

Über die verfügte Bauverpflichtung innerhalb von acht Jahren gab es eine kurze Diskussion, da Stefan Erhard auch fünf Jahre als ausreichend erachtete. Letztlich blieb es beim Beschluss, der mit einer Gegenstimme angenommen wurde, aber bei der Acht-Jahres-Frist.

„Wir können auch nur ein Teil zum Verkauf freigeben und den Rest erst in ein paar Jahren“, brachte Sterr noch eine Option ins Spiel, die aber nicht in die Richtlinie aufgenommen wurde.

Noch nicht festgelegt wurde indessen der Grundstückspreis, da noch nicht alle Zahlen, die dafür nötig sind, vorliegen.

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