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Wenn er loslegt, dann bringt er die Anzeige zum Dauerleuchten: Alois Kriesmair gehört beim Bezirksoberliga-Aufsteiger KSV Peißenberg zu den Leistungsträgern und ist im Verein und vor allem im Kreis „Zugspitze“ als Sportwart engagiert. 

Sowohl im Beruf als auch beim Sportkegeln stellt er sich gern die Herausforderung

Alois Kriesmair (32) aus Forst mag es knifflig

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Der 32-jährige Forster Alois Kriesmair mag es, wenn es knifflig wird - sowohl im Beruf als auch beim Sportkegeln. Bei den Keglern ist er Kreissportwart. 

Forst Wird es knifflig, dann ist Alois Kriesmair junior in seinem Element. Sowohl im Beruf als auch bei seinem Hobby, dem Sportkegeln, stellt sich der Forster gern Herausforderungen. „Es kann nicht kompliziert genug sein“, sagt Kriesmair – und lacht dabei. Wer dem 32-Jährigen begegnet, der sieht sich einem freundlichen Mann mit jugendlichen Aussehen gegenüber, der seine Worte mit Bedacht wählt und mit Gesten sparsam ist.

Dass er seine Hände durchaus einsetzten kann und das auch tut, wird in seiner Wohnung offensichtlich. Die – im ersten Stock des Elternhauses, einer alten Molkerei, gelegen – hat er zum größten Teil selbst renoviert. Modern und zugleich gemütlich, so stellt sich das Interieur dar. Aus dem Küchenfenster schweift der Blick weit über Wiesen und Wälder bis zu den Bergen. Kriesmair, der alleinstehend ist, lebt seit jeher in Forst. Er hat auch nicht vor, das zu ändern: „Ich finde es schön hier. Ich bin kein Stadtmensch.“ Im Urlaub hingegen besucht er gern Metropolen – unter anderem hat er sich Rom und Barcelona angesehen. Diese Städte seien interessant, doch letztlich „bin ich froh, auf dem Dorf zu wohnen“.

Im Beruf ist Kriesmair sowohl mit dem Kopf als auch den Händen gefordert. Er arbeitet bei der Firma „Delo“ in Windach, die sich mit Klebstoffen und deren Dosierung beschäftigt, in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Tüfteln, Denken, Mathematik und Physik – das ist sein tägliches Geschäft. „Das macht mir Spaß, das liegt mir“, sagt Kriesmair. Vom „ersten Gedanken“, wie er sagt, übers Konzept bis hin zum Erstellen der Schaltungselektronik auf Platinen ist er zuständig. „Das Schöne ist, selbst alles umsetzen zu können“, sagt er. Bei „Agfa“ in Peiting hat der Forster eine Lehre zum Industrieelektroniker absolviert. Danach schob er die Weiterbildung zum staatlich geprüften Elektrotechniker hinterher. „Mein Ziel war immer, in die Entwicklung reinzukommen“, sagt Kriesmair.

Geschickte Hände und ein wacher Geist sind auch beim Kegeln gefragt. Zu dem Sport kam Kriesmair „ein bisserl durch Zufall“, wie er sagt. Mit den Großeltern war er als Kind hin und wieder „beim Gaudikegeln“ auf der (seit mehreren Jahren geschlossenen) Kegelbahn in Peißenberg. Dort wurde er einmal von einem Mitglied des KSV „Gut Holz“ Peißenberg, der just an diesem Tag Klubabend hatte, angesprochen. Kriesmair war interessiert – und fing mit dem Sport an. Seit 18 Jahren spielt er beim KSV.

Mit der ersten Mannschaft ging es in den vergangenen Jahren steil nach oben. Nach drei Aufstiegen in Folge spielen Kriesmair und seine Kollegen nun in der Bezirksoberliga, der höchsten Spielklasse Oberbayerns. Und da verkauft sich der Aufsteiger bislang prächtig. Drei Siege, eine Niederlage, Platz drei, so lautet die Bilanz. Der Erfolg des KSV kommt laut Kriesmair nicht von ungefähr. „Im Verein passt es“, sagt er. Als absehbar war, dass das Kegelzentrum in Peißenberg schließen wird, entschied sich der KSV frühzeitig, auf die Bahnen nach Huglfing umzuziehen. „Wir haben lange überlegt, aber es war richtig“, sagt Kriesmair. Allerdings ist es auswärts schwierig, Nachwuchsarbeit zu betreiben. „Unser größter Wunsch ist eine eigene Peißenberger Kegelbahn.“

In der Einzelrangliste der Bezirksoberliga liegt Kriesmair mit einem Schnitt von 554,0 Holz (gewertet werden nur die Auswärtsergebnisse) an der siebten Stelle. Neben Maximilian Zellner gehört er zu den Leistungsträgern in der Mannschaft. Bei Einzelmeisterschaften war der Forster (seine Bestleistung über 120 Wurf beträgt 611 Holz) auch schon erfolgreich. 2008 wurde er Kreismeister bei den Junioren, 2016 holte er den oberbayerischen Vize-Titel. Im Sprint, einem neuen Wettbewerb über 2 x 20 Wurf, gewann Kriesmair heuer im Januar bei der „Oberbayerischen“ die Bronzemedaille.

Kriesmair spielt eigenem Bekunden nach lieber auf Plattenbahnen, die im Vergleich zu Kunststoffbahnen einen Drall der Kugel mehr annehmen. „Das ist technisch anspruchsvoller. Das Interessante ist, die Kugel unter Kontrolle zu haben“, sagt er. Beim Sportkegeln reizt ihn „das Gesamtpaket“: Es ist die Mischung aus Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer sowie (im Ligabetrieb) die Kombination von Einzel- und Teamleistung. Der Ausdaueraspekt im Kegeln „wird oft unterschätzt“, sagt Kriesmair, der in der Freizeit gern draußen unterwegs ist – sei es beim Skifahren, Bergwandern oder Radeln.

Im Kegelkreis „Zugspitze“ (umfasst Klubs in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Landsberg, Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz-Wolfratshausen) ist Kriesmair seit gut zwei Jahren auch als Funktionär engagiert. Als „Kreissportwart“ ist er für den geordneten Ablauf des Ligabetriebs und der Einzelmeisterschaften zuständig. „Zunächst hat sich das nicht nach so viel Arbeit angehört“, sagt er mit einem Lächeln. „Aber ich mache es gern.“ Für den Kreis und den Bezirk hat er auch die Websites auf einen neuen Stand gebracht („eine Homepage-Programmierung habe ich davor noch nicht gemacht“) und füttert sie mit aktuellen Berichten. Trotz des großen zeitlichen Aufwands schafft er es, sich bei der Forster Feuerwehr als Truppmann zu engagieren. In Sachen „Führungsposten“ „halte ich mich aber dezent im Hintergrund“, so Kriesmair mit verschmitztem Gesichtsausdruck. Die Funktionäre im Bayerischen Sportkegel-Verband (BSKV) sind auf ihn auch schon aufmerksam geworden, der Arbeitsgruppe für die anstehende Ligenreform gehörte er schon mal an. So eine Neuordnung ist keine einfache Sache – und damit ein Fall für Kriesmair. 

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