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Wasser-Akademie zu "esoterisch" fürs Kloster?

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St. Leonhards-Quelle
Ein 6er-Kasten Quelle St. Leonhard © St. Leonhards-Quelle

Wessobrunn - Nicht nur auf Zustimmung stößt das Akademie-Konzept der „St. Leonhards-Quellen“ für das Wessobrunner Kloster. Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag überwog bei den gewählten Bürgervertretern die Skepsis.

Zum Teil wurde deutliche Kritik an der Idee des Mineralwasserunternehmens für die künftige Nutzung des Klosters geäußert. „Mir ist das Konzept zu esoterisch“, erklärte Bürgermeister Helmut Dinter, der darüber hinaus einzelne Punkte bei den am Sonntag vorgestellten Plänen der Familie Abfalter kritisierte (wir berichteten).

„Zum Thema ,Brand- und Denkmalschutz’ wie auch zur Baulastübernahme wurde nichts gesagt“, bemängelte der Bürgermeister nun in der Sitzung. Auch die knappen Aussagen zur Finanzierung des Projekts kamen bei ihm nicht gut an: „Mein Eindruck war, dass man den ,St .Leonhardsquellen’ alles glaubt, obwohl sie nichts sagen. Den ,Artemed’-Kliniken hat man davor nichts geglaubt“, kritisierte Dinter.

"Wenn man recherchiert, findet man keine positiven Aussagen"

Befremdlich fand der Rathauschef auch eine E-Mail des potenziellen Klosterkäufers in der davon die Rede war, dass zweiter Bürgermeister Bernd Schuster den Plänen wohlwollend gegenübersteht. „Ich habe dort angerufen und nur nach dem Konzept gefragt und sie an den ersten Bürgermeister verwiesen“, berichtete Schuster. „Das Konzept ist eine Wunschvorstellung. Die Aussagen sind etwas für den Verbraucherschutz, da fällt Wasser ja unter das Arzneimittelgesetz“, war für Gemeinderat Dr. Dieter Rehn vieles aus der Infoveranstaltung nur Marketing. „Das klingt ja alles gut, wenn man aber recherchiert, findet man viel dagegen, aber keine positiven Aussagen. Da muss man vorsichtig sein“, so Franz Erhard.

Potenzieller Investor erklärt Akademie-Pläne im Interview

Bei den Bürgern kommt die Wasser-Akademie gut an

Noch deutlicher wurde Dr. Hans Geiger: „Wenn ein katholischer Orden Gebäude an einen Scharlatan verkauft, kann ich das nicht verstehen. Als Naturwissenschaftler sträuben sich mir die Haare bei den Aussagen von Herrn Abfalter“, so Geiger. Auf diese Äußerrungen reagierte Ralf Schnabel, der örtliche Repräsentant des Mineralwasserunternehmens, bei der Fragezeit am Ende der Gemeinderatssitzung. „Ich finde die Aussagen, Wasser in die Esoterik-Schiene zu schieben, an den Haaren herbeigezogen.“ Gleichzeitig appellierte er an die Beteiligten, die Diskussion zu dem Thema zu versachlichen und keine Polemik aufkommen zu lassen. „Wenn Sie das schaffen, wäre ich sehr froh“, sagte Gemeinderätin Annemarie Bösl.

von Roland Halmel

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