Einige übereinanderliegende Eurogeldscheine.
+
Das Thema Geld beschäftigte den Gemeinderat - Symbolfoto.

Haushaltsdebatte in Wessobrunn

Wegen Corona bricht Gewerbesteuer ein

  • vonRoland Halmel
    schließen

Nicht nur wegen der Corona-Pandemie dauerte es in Wessobrunn etwas länger, den Haushalt 2020 aufzustellen. Auch der Wechsel in der Kämmerei – die neue Finanzchefin Anett Bauer-Wunderlich fing im Frühjahr an – sorgte dafür, dass der Etat erst jetzt im Gemeinderat unter Dach und Fach gebracht wurde.

Wessobrunn – „Corona-bedingt dauerte es mit den nötigen Schulungen etwas, aber für den Haushalt 2021 gelobe ich Besserung“, versprach Bauer-Wunderlich bei der Vorstellung des Haushalts, der laut Georg Guggemos eigentlich nur einen Monat gelte. Der Bürgermeister schwor den Gemeinderat auf eine schwierige Aufstellung des nächsten Budgetplans ein. „Da sollte es heißen ,Pflicht vor Kür’“, ergänzte Bauer-Wunderlich, die für das laufende Jahr beim Verwaltungshaushalt 4,92 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt 1,06 Millionen Euro ansetzte.

Die Auswirkungen von Corona auf die Finanzkraft der Klostergemeinde war in diesem Jahr bereits deutlich auf der Einnahmenseite zu spüren. Alleine bei der Gewerbesteuer, bei der die Hebesätze genauso wie bei der Grundsteuer unverändert blieben, gab es einen Einbruch von 1,3 Millionen Euro auf jetzt nur noch 900 000 Euro. „Da sieht man, was das für Dimensionen sind“, so die Kämmerin, die 2021 mit weiteren Steuerausfällen rechnet. „Wir hoffen natürlich auf einen Nach-Corona-Boom, damit können wir aber nicht kalkulieren.“

Als große Belastung erachtet sie einmal mehr die Kreisumlage, die sich 2020 auf 1,4 Millionen Euro beläuft. Bei den Investitionen im laufenden Jahr ging die Gemeinde recht vorsichtig zu Werke. Die größten Brocken waren 85 000 Euro für den Breitbandausbau sowie jeweils 80 000 Euro für die Sanierung von Liegenschaften und dem Straßenbau. Für den Kanalbau, die Schule, den Kindergarten, die Feuerwehren, die Wasserversorgung sowie die Planungskosten von Vereinsheim und Keller-Liesl-Haus nahm Wessobrunn zusammen rund 86 000 Euro in die Hand.

„Wir müssen für den Haushalt nichts aus den Rücklagen entnehmen, das schaut im nächsten Jahr anders aus“, sagte Bauer-Wunderlich. Allerdings schrumpfte die Zuführung aus dem Vermögenshaushalt an den Verwaltungshaushalt auf knapp 52 000 Euro. Im Vorjahr lag der Wert noch sechsmal höher. Der Schuldenstand der Gemeinde sank durch die reguläre Tilgung auf 1,015 Millionen Euro. „Neue Kredite sind für nächstes Jahr eingeplant, sie müssen aber nicht genommen werden“, sagte Bauer-Wunderlich.

Abschließend gab sie dem Gemeinderat, der den Haushalt einhellig absegnete, noch einen Rat mit auf dem Weg. „Bitte noch sorgfältiger auf die Ausgaben achten.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare