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Landwirt macht beliebten Rad- und Wanderweg dicht - Sorge um gefährliche Ausweichroute

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Von: Roland Halmel

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Auf einer Tafel an der neu errichteten Schranke erläutert der Landwirt die Gründe für sein Vorgehen.
Auf einer Tafel an der neu errichteten Schranke erläutert der Landwirt die Gründe für sein Vorgehen. © halmel

Der Feldweg vom Eibenwald nach Zellsee war schon vor der Corona-Pandemie bei Wanderern und Radfahrern beliebt. Doch damit ist jetzt Schluss.

Wessobrunn – Für alle Pedalritter, die abseits der Hauptstraße von Peißenberg nach Stillern oder Raisting radeln wollen, war es eine vor allem am Wochenende hoch frequentierte Route. Doch wie im vergangenen Jahr angekündigt, hat der Landwirt in Zellsee, über dessen Grund der Weg läuft, ihn aufgelöst.

Von Süden, aus dem Eibenwald kommend, ist der Kies bereits entfernt und Humus ausgebracht worden. Wer von Stillern den Weg nutzten möchte, wird an der Hofstelle durch ein geschlossenes Gatter gebremst. An dem hat der Landwirt eine Tafel angebracht, auf der er den Wanderern und Radfahrern die Hintergründe, die zur Wegauflösung führten, erläutert.

Vom Eibenwald nach Zellsee: Landwirt macht beliebten Wanderweg dicht - Gatter schon aufgestellt

„Grund dafür ist die steigende Forderung nach mehr Tierwohl und die zunehmenden Konflikte bei Arbeiten in diesem Bereich. Auch die Haftung bei Unfällen ist ein Risiko“, schreibt der Landwirt, der zusammen mit den Bayerischen Staatsforsten bisher vergeblich versuchte, einen Ersatzweg zu bauen. „Trotz über vierjährigen Bemühungen sind wir letztlich an den Belangen des Naturschutzes gescheitert“, so der Landwirt.

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Er verweist damit auf das Nein der Naturschutzbehörde, zwei vorhandene und befestige Rückegassen entlang des nördlichen Rands des Eibenwalds mit einem rund 95 Meter langen neuen Weg zu verbinden, weil dort der seltene Grubenlaufkäfer vermutet wird. „Es war geplant, den Weg in Eigenregie zu bauen und auch die Kosten zu übernehmen“, schließt der Eigentümer seine Erläuterungen, um gleichzeitig für Verständnis zu werben.

Das zeigte der Wessobrunner Gemeinderat und auch Bürgermeister Georg Guggemos, die sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzten, bei der letzten Ratssitzung. „Die Entwicklung ist sehr bedauerlich. Radfahrer müssen jetzt über die Kreisstraße durch den Eibenwald fahren, da kann man darauf warten, dass etwas passiert“, ärgerte sich Gemeinderätin Gerlinde Sterr. „Wir haben alles versucht und tausend Gespräche geführt, aber uns ist keine Lösung eingefallen“, bedauerte Guggemos. Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Weilheim-Schongau finden Sie hier.

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