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Wessobrunn hat zwar sein Kloster, will aber trotzdem aus dem Tourismusverband austreten.

Bürgermeister will wieder austreten

Wessobrunn muss im Tourismusverband bleiben

Die Gemeinde Wessobrunn will weiter aus dem Tourismusverband Pfaffenwinkel raus. Doch der Austrittsantrag scheiterte wieder in der Verbandsversammlung.

„Steter Tropfen höhlt den Stein“. Diese Redewendung hat sich Wessobrunns Bürgermeister Helmut Dinter zu Herzen genommen. Doch er scheiterte mit seinem Ansinnen, die Gemeinde möge den „Tourismusverband Pfaffenwinkel“ verlassen dürfen – zum zweiten Male. „Nicht schon wieder.“ Einige Verbandsräte stöhnten auf, als bei der Verbandsversammlung des Tourismusverbandes besagter Punkt der Tagesordnung aufgerufen wurde. Dinter hat namens seiner Gemeinde den Austritt schon einmal beantragt (siehe Kasten). Eine Mitgliedschaft bringe der Gemeinde nichts, außerdem sei der Verband zu sehr auf Massentourismus ausgerichtet, so zwei seiner Begründungen. Außerdem seien nur 26 und damit nicht alle 34 Landkreisgemeinden Mitglied beim Tourismusverband. „Aus der EU kann man austreten, aus dem Tourismusverband nicht“, so Dinter kopfschüttelnd. Auch seien die Beitragszahlungen, die sich im Prinzip nach den Einwohnerzahlen der jeweiligen Kommune richten, nicht gerecht. Wessobrunn zahle 2,32 Euro pro Einwohner und Jahr, Weilheim nur 0,38 Euro. Allerdings ist laut Rechtsaufsicht der Regierung von Oberbayern ein Austritt nicht möglich – vereinfacht gesagt, weil durch einen Austritt der Zweck des Verbandes gefährdet wäre. Das hat sie bereits vor Jahren festgestellt. Nach dem erneuten Antrag, den Dinter anders begründete, und der neuerlichen Anfrage des Landratsamtes blieb die Regierung eine Antwort bis jetzt schuldig. Bei der Verbandsversammlung gab es keinerlei Diskussion zum Thema an sich. Der Antrag wurde gegen Dinters Stimme abgelehnt. Werner Grünbauer (Bürgermeister von Pähl) beantragte dann, dass sich das Gremium künftig nicht mehr mit Dinters Anträgen befassen solle, „wenn sich an der Rechtslage nichts ändert“. Dem stimmten die Verbandsräte zu, falls dies rechtlich möglich sei. Ein Prüfung sicherte die Vorsitzende, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, zu. Dinter scheiterte auch mit einem weiteren Antrag. Er wollte, dass die Erhöhung der Verbandsumlage um rund 13 Prozent wieder rückgängig gemacht werde. Grund für die Erhöhung war die Einführung der „Königscard“. Auch dieser Antrag Dinters blieb erfolglos. Die Erhöhung bleibt: Wessobrunn zahlt jetzt 600 Euro pro Jahr mehr, aktuell 5100 Euro. Dem Tourismusverband gehören 26 Landkreis-Kommunen, der Landkreis und Bad Bayersoien an.

Johannes Thoma

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