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Viele Gäste waren nach Schönwag gekommen, um die Talkrunde mit (v.l.) Schauspieler Michael Krone, Peter Maffay und Moderator Winfried Knorr zu verfolgen.

Auch Europa war Thema

Peter Maffay erzählt aus seinem Leben: „Musik ist der geilste Job“

Unter dem Titel „Europa eine Seele geben – Erzählungen aus einer europäischen Biographie“ sprach Peter Maffay über sein Leben, Europa und die Völkerverständigung.

Wessobrunn – Zu einem Nachmittag mit Peter Maffay hatte das Studienhaus Schönwag zusammen mit Herzogsägmühle und dem Erwachsenenbildungswerk der evangelischen Kirche eingeladen. Unter dem Titel „Europa eine Seele geben – Erzählungen aus einer europäischen Biographie“ erzählte der Sänger, Gitarrist und Komponist aus seinem Leben, moderiert von Wilfried Knorr, Direktor von Herzogsägmühle.

Es sei wohl die bunte Mischung aus Menschen unterschiedlicher Herkunft, das Neben- und Miteinander der Deutschstämmigen, Siebenbürger Sachsen, Ungarn, Rumänen und anderer Nationen, was seine ersten Erinnerungen an Kronstadt, seine rumänische Heimat, ausmachen, erzählte Maffay. „Die verschiedenen Sprachen, Gepflogenheiten, Traditionen und Bekanntschaften haben mich meine ganze Kindheit begleitet. Sie sind das Bindemittel, das die Balance zwischen den Gesellschaften ermöglichte.“, so der Musiker. „Es war der Zusammenhalt, der das Leben lebenswert gemacht hat, auch wenn staatliche Repressionen es eigentlich nicht lebenswert erscheinen ließen.“

Deutschland blieb für Peter Maffay immer Bezugspunkt

Sein Leben führte Maffay weiter auf viele Stationen in Europa: Deutschland, das ursprünglich gar nicht das Ziel seiner Eltern bei der Ausreise war, was ihm heute jedoch – nach langer Zeit als „Zuhause“ – zur Heimat geworden ist. Auch in Kanada verbrachte der Star zwei Jahre. Er zog weiter nach Spanien, doch immer blieb Deutschland ein Bezugspunkt. Auch wenn er sich dies vor der Ausreise aus Rumänien nicht vorstellen konnte: „Das Einzige, was ich von Deutschland kannte, war ein Pelikan-Kugelschreiber, den ich einmal geschenkt bekommen hatte und der so schön schrieb.“ Und dann war da der Geruch der westlichen Hotelgäste, die in dem Kronstädter Hotel abstiegen, in die Maffay nicht einmal hinein durfte. „Wir haben dann draußen gewartet und uns Zigaretten geschnorrt – nicht zum Rauchen, dafür waren wir noch zu klein. Aber wir haben daran gerochen.“

Das wichtigste völkerverbindende Element in Maffays seinem Leben sei aber die Musik: „Das ist der geilste Job, den ich mir vorstellen kann“, sagte er. Denn Musik sei die Sprache, die man überall auf der Welt versteht, was man jedem Kind auf seinen Lebensweg mitgeben sollte. Dazu erzählte er die Anekdote von den zwei Musikern, die sich darüber streiten, ob die Tonleiter acht oder neun Töne habe. Gefragt, was der neunte Ton den sein solle, erwidert der eine: „Der gute Ton!“ Und so heißt auch Maffays buchgewordener Appell für eine kinderfreundlichere Gesellschaft „Der 9. Ton“.

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Das wünscht sich Peter Maffay zum 70. Geburtstag

Auf die Frage, was er sich zu seinem bevorstehenden 70. Geburtstag wünsche, meinte Maffay: „Wir brauchen wirklich kluge Köpfe in Europa und müssen lernen, dass es kein Selbstbedienungsladen ist!“. BIANCA R. HEIGL

Bianca R. Heigl

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