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Das gläserne Grabmal auf dem Wessobrunner Friedhof muss nicht abgebaut werden.

Ausnahmegenehmigung für Grabmal aus Glas 

Wessobrunn: „Problemgrab“ beschäftigt den Gemeinderat

In einigen Städten gibt es Problemviertel. In Wessobrunn beschäftigte in den Gemeinderatssitzungen ein „Problemgrab“ den Gemeinderat. Das Ratsgremium beriet über das Grabmal, das nicht der Friedhofssatzung entspricht.

Wessobrunn „Es ist 16 Zentimeter zu hoch“, erklärte Bürgermeister Helmut Dinter mit Blick auf die Abmessungen des in Metall gefassten Kunstwerks aus Glas, das statt eines Grabsteins aufgestellt wurde. „Die kleine Überschreitung finde ich nicht schlimm“, meinte Richilde Kölbl. Das fand auch Helmut Geisenberger, wobei er einschränkte: „Es passt zwar optisch nicht rein, aber das ist Geschmackssache“. Hans Eitzenberger sprach sich für eine Tolerierung aus. „Geschmack steht nicht in der Friedhofssatzung. Ich finde es nicht störend, schließlich sind wir auch ein Künstlerdorf“, so Eitzenberger.

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Gegenwind kam von Rupert Sedlmayr. „Es passt nicht in unseren Friedhof“, sprach er sich gegen eine Genehmigung aus. „Wir haben eine Satzung, die muss man einhalten oder man muss die Satzung anpassen“, wandte Uli Klitzner ein. „Ausnahmen sind in der Satzung möglich, und deshalb befürworte ich es“, bezog sich Hermann Lautenbacher auf die in der Friedhofsordnung festgehaltene Ausnahmeregel für den Einzelfall.

Nicht ganz glücklich zeigte sich Bürgermeister Helmut Dinter allerdings mit der Vorgehensweise. „Der Weg war falsch, nachher die Ausnahme zu beantragen, das hätte schon vor dem Aufstellen gemacht werden müssen“, erklärte der Rathauschef.

Letztlich entschied das Ratsgremium mit einer 13:2 Mehrheit, eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen.

Ungeachtet dessen kam das Thema in der jüngsten Sitzung auf Antrag von Sedlmayr erneut auf die Tagesordnung. „Zu dieser Sache gibt es einen gültigen Gemeinderatsbeschluss vom 30.8.2016 mit einer 9:4 Ablehnung des Grabmals“, begründete Sedlmayr sein Vorgehen mit Verweis auf einen alten Beschluss, der ein anderes Ergebnis hatte. „Das Grabmal muss der Weihe des Ortes entsprechen und sich in die Umgebung einfügen“, erkannte Sedlmayr Verstöße gegen die Satzung.

„Der damalige Beschluss hatte einen anderen Hintergrund. Der aktuelle Fall hat damit nichts zu tun“, stellte Bürgermeister Dinter daraufhin klar. „Ausnahmen sind zulässig, und das haben wir so abgestimmt“, machte der Rathauschef deutlich. Dieser Meinung schloss sich dann auch das Ratsgremium an, das sich mit deutlicher Mehrheit gegen eine neuerliche Abstimmung aussprach. Damit kann das gläserne Grabmal stehen bleiben.

Roland Halmel

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