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Um die Übernahme des Klosterguts Wessobrunn ist ein Streit entbrannt. In zwei Bürgerversammlungen soll darüber informiert werden.

Wessobrunn

Zwei Bürgerversammlungen zum Klostergut Wessobrunn

Die Gemeinde Wessobrunn will das Klostergut in Erbpacht übernehmen. Seit vergangenem Herbst laufen die Verhandlungen mit dem Besitzer, dem Kloster St. Ottilien. Aber es regt sich auch Widerstand.

Wessobrunn – Bei den jüngsten Gemeinderatssitzungen wurden kritische Stimmen laut, die fehlende Transparenz und mangelnde Informationen zum Vorhaben monierten. Die Kritik gipfelte Ende vergangener Woche in einer Unterschriftenaktion, die der frühere Bürgermeister Klaus Papenfuß initiierte. „Die Rückmeldungen dazu sind ausgesprochen positiv. Ich habe in zwei Tagen bereits über die Hälfte der erforderlichen 112 Unterschriften von Gemeindebürgern erhalten, quer durch alle Altersgruppen und Ortsteile“, sagte Papenfuß.

Mit den Unterschriften will Papenfuß eine Bürgerversammlung herbeiführen, „um als Betroffene endlich einmal etwas Konkretes über die beabsichtigte Übernahme des Klostergutes durch die Gemeinde zu erfahren“, sagte er. Er beruft sich auf Artikel 18, Absatz 2, der bayerischen Gemeindeordnung, die Bürgern ein Mitberatungsrecht einräumt. In der Bürgerversammlung soll die Gemeinde ihre Überlegungen bezüglich der Übernahme des Klosterguts vorstellen und erläutern, lautet die Forderung auf der Unterschriftenliste. Außerdem soll es im Vorfeld eine Ortsbesichtigung geben. „Da wird seit Monaten über Erbpacht für die Dauer von 96 Jahren geredet, also über Verpflichtungen, die sich noch auf unsere Ur-Ur-Enkel auswirken werden. Aber nur hinter verschlossenen Türen und in nichtöffentlichen Gemeinderatssitzungen. Transparenz und Bürgerbeteiligung in einer Gemeinwohl-Ökonomie-Gemeinde sieht sicher anders aus“, ärgert sich Papenfuß.

Ins selbe Horn stößt Georg Guggemos. „Der Bürger soll sich eine Meinung bilden können über diese weitreichende Entscheidung, deshalb wäre eine Information über die Sachlage sehr wichtig“, so der CSU-Ortsvorsitzende. „Das ist meine persönliche Ansicht, da wir das innerhalb des Ortsverbands noch nicht besprochen haben“, fügt Guggemos an. Er und Papenfuß seien aber weder für noch gegen das Vorhaben.

Indessen gab es eine weitere Verhandlungsrunde zwischen Gemeindevertretern und St Ottilien. „Inhaltlich ging es dabei um die Klärung weiterer Details der Anlagen zum Erbpachtvertrag. Von derartigen Details müssen noch eine ganze Reihe besprochen und letztlich vertraglich fixiert werden, bevor der Gemeinderat letztendlich sein Okay zum Gesamtvertrag geben kann“, sagte Bürgermeister Helmut Dinter. Er kündigte unabhängig von der Unterschriftenaktion eine Informationsveranstaltung an, die am 26. Juli in der Mehrzweckhalle stattfindet. „Einige Vertragsdetails wie die Höhe des Erbpachtzinses bleiben dem Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung vorbehalten, weil sie ähnlich wie bei einem Kaufvertrag zum Schutz von Käufer und Verkäufer der Geheimhaltungspflicht unterliegen“, erläuterte der Bürgermeister.

Roland Halmel

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