SPD-Paukenschlag: „Unerwartete Wendung“ - Esken verkündet „Kanzler-Wumms“- doch der Tonfall überrascht

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Gemeinderat Franz Erhard (r.) begrüßte die zahlreichen Bürger, die zur Demo erschienen waren.
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Gemeinderat Franz Erhard (r.) begrüßte die zahlreichen Bürger, die zur Demo erschienen waren.

70 Dorfbewohner protestieren gegen Schließung der VR Bank

Wessobrunner demonstrieren für ihre Bank - die Konkurrenz geht bereits auf Kundenfang

Protestbriefe oder Anschlagtafeln mit kritischen Thesen. Damit machten die Wessobrunner bisher ihren Ärger über unerfreuliche Dinge Luft. Die drohende Schließung der VR-Bank Filiale im Klosterort sorgte nun für eine neue Form des Protests.

Wessobrunn – Mit der ersten Demonstration im Dorf kämpften die Wessobrunner am Sonntagvormittag für den Erhalt der Bankfiliale. „Wir Wessobrunner fordern regelmäßige Schalterstunden“, stand auf dem Plakat, das direkt über dem Eingang platziert wurde und um das sich rund 70 Demonstranten versammelten. „Schön, dass so viele gekommen sind“, begrüßte Gemeinderat Franz Erhard, der mit einigen weiteren Bürgern vor allem aus dem Pfarrgemeinderat zu der Kundgebung aufgerufen hatte, die Gruppe der Protestierenden.

„Wir haben auch den Obersöcheringer Bürgermeister eingeladen, der hatte aber leider keine Zeit“, berichtete Erhard den Demonstranten. „Die Raiffeisenbank ist eine Genossenschaftsbank, das heißt, wir sind die Bank“, meinte Erhard mit Blick auf die Rechtsform der VR-Bank, die es in Europa neben Deutschland nur noch in Österreich gibt.

„Eigentlich müsste die Bank für uns als Kunden kämpfen und nicht umgekehrt“, erklärte Erhard den Anwesenden. „Die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel, die in Forst weiterhin präsent ist, baut das Filialnetz sogar aus“, ergänzte der Wessobrunner Gemeinderat. „Ein Dorfladen soll kommen und eine Bank wird aufgegeben“, brach Berta Graf aus dem Pfarrgemeinderat, die neben Erhard das Wort ergriff, eine Lanze für die regionale Versorgung. „Wir können vielleicht androhen unsere Genossenschaftsanteile zu kündigen“, nannte Graf eine weitere Möglichkeit des Protests gegen die Schließung.

Bei der Unterschriftensammlung, die noch läuft, haben schon über 100 Wessobrunner unterschrieben. „Wenn wir uns wehren, kann sich vielleicht was ändern, und wenn dann etwas angeboten wird, nehmt es bitte auch wahr“, gab Erhard zum Abschluss der Demonstration den Anwesenden mit auf dem Weg. ROLAND HALMEL

Raiffeisenbank Pfaffenwinkel auf Kundenfang in Wessobrunn

Die Entscheidung der VR-Bank Werdenfels, ihre Filiale in Wessobrunn zu schließen, schlägt aktuell hohe Wellen. Just in dieser Zeit lässt die Raiffeisenbank Pfaffenwinkel im Ort Flyer verteilen, auf denen das Kreditinstitut für einen Kontowechsel wirbt. Zufall oder eine Aktion ganz nach dem Motto „Des einen Leid, des anderen Freud“?

Die Botschaft könnte deutlicher nicht sein: „Eröffnen Sie Ihr Konto bei der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel!“ steht in fett gedruckten Lettern auf dem Flyer, der den Wessobrunnern jüngst als Beilage einer Wochenzeitung in den Briefkasten flatterte. Daneben hat die Bank ihr Filialnetz abgedruckt, zu dem auch eine Niederlassung im nahen Forst gehört – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Natürlich hat man auch am Hauptsitz der Raiffeisenbank Pfaffenwinkel in Peiting die angekündigte Filialschließung der VR-Bank Werdenfels aufmerksam vernommen. Marketingleiterin Svenja Kratz will deshalb auch nicht verhehlen, dass die Werbeaktion zu einem „günstigen Zeitpunkt“ gekommen sei. Vor zwei Jahren habe man aber schon einmal auf diese Weise um Kunden geworben. „Wir machen das in regelmäßigem Abstand.“ Als direkten Angriff auf den Konkurrenten will Kratz die Aktion deshalb nicht verstanden wissen. Ohnehin sei das Interesse am Angebot ihrer Bank schon vor dem Flyer groß gewesen. Direkt als die Schließung bekannt geworden sei, hätten sich in der Filiale in Forst die Anfragen gehäuft, berichtet sie. „Viele wollten auch wissen, ob es auch für unsere Filiale ähnliche Pläne gibt.“ Dies kann Kratz verneinen. Gerade für die Älteren sei eine Bank vor Ort viel wert, betont sie. „Es gibt für uns aktuell keinen Grund, dass wir uns aus der Fläche zurückziehen.“ chpe

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