Das Votum im Gemeinderat war einstimmig

Wielenbach lehnt Ausbau der B 2 ab

Geschlossen hat der Gemeinderat von Wielenbach zwei überörtlich relevante Straßenbauvorhaben abgelehnt: den Ausbau der B 2 nördlich von Weilheim und den Bau einer Umfahrung für Bernried.

Wielenbach – Der Ausbau der Bundesstraße B 2 nördlich der Kreisstadt stand nach längerer Pause wieder auf der Tagesordnung der Wielenbacher Gemeinderatssitzung. Nachdem die Gestaltung der Anschlussstellen ausführlich diskutiert worden war (wir berichteten), ging es diesmal um den dreistreifigen Ausbau. Das Staatliche Bauamt plant, im Zuge des Ausbaus der B 2 abschnittsweise Überholmöglichkeiten durch den Bau einer dritten Fahrspur zu schaffen. Dadurch soll die Straße leistungsfähiger und die Verkehrssicherheit erhöht werden.

Wielenbachs Bürgermeister Harald Mansi sprach sich gegen den „geplanten Monsterausbau“ aus. Er hält die bestehende „Beschränkung auf Tempo 70“ für ausreichend. Überholen sei auf der Höhe von Wielenbach nicht nötig, weil man dann nur früher in Weilheim im Stau stehen würde. Alle Räte waren sich darin einig, dass eine dreistreifige Straße mehr Fahrzeuge aufnehmen kann als eine zweistreifige.

Was die Entwicklung des Verkehrs angeht, gingen die Meinungen aber auseinander. Frank Buchberger meint, dass der Verkehr zunehmen wird. Martina Schwalb ist sich hingegen sicher, dass dies nicht der Fall sein wird. Matthias Heinrich sieht ein grundsätzliches Problem darin, dass „die Planung von Menschen gemacht wurde, die an die alte Technik von damals geglaubt haben“. Diese Planung brauche heute kein Mensch mehr. „Wir brauchen eine intelligente Form des Verkehrs“, so Heinrich.

In diesem Zusammenhang sprachen sich auch einige Gemeinderäte für den Ausbau der Bahn aus. Nach längerer Diskussion stimmten die Räte geschlossen gegen den dreistreifigen Ausbau der B 2 auf der Höhe von Wielenbach.

Gemeinderat ist auch mit dem Bau der geplanten Ortsumfahrung für Bernried nicht einverstanden

Auch als es um einen Straßenbau in Bernried ging, blieb das Gremium auf seiner Linie. Als Nachbargemeinde war Wielenbach an der Aufstellung eines Bebauungsplans in Bernried beteiligt worden. Die Gemeindräte hatten zwar nichts gegen die Erweiterung des Gewerbegebiets „Am Neuland“ einzuwenden, sind aber mit dem ebenfalls geplanten Bau einer Umfahrungsstraße nicht einverstanden. Die Straße soll eine leistungsfähige Verbindung von der Weilheimer Straße zur Seeshaupter Straße westlich der Bahnlinie herstellen und damit die Fahrtstrecke von Westen über Bernried nach Seeshaupt verkürzen.

Die Räte aus Wielenbach lehnten diese Straße geschlossen ab, weil sie fürchten, dass sie überörtlichen Verkehr anzieht, der Haunshofen stark belastet. Außerdem halten sie den Straßenbau zur Förderung des Individualverkehrs für „nicht mehr zeitgemäß“

Alfred Schubert

Auch interessant

Kommentare