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1000 Kilometer bei 45 km/h: Sieben Frauen aus Bayern starten Vespa-Tour nach Rom

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Von: Theresa Kuchler

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Euphorisch haben sich die sieben Frauen am Samstag auf ihre Vespas geschwungen. Von Haunshofen aus fahren sie gut 1000 Kilometer, bis sie ihr Ziel erreichen: Rom.
Euphorisch haben sich die sieben Frauen am Samstag auf ihre Vespas geschwungen. Von Haunshofen aus fahren sie gut 1000 Kilometer, bis sie ihr Ziel erreichen: Rom. © Ralf Ruder

Rollerfahrt für 1000 Kilometer: Sieben Frauen aus Haunshofen haben sich in ein besonderes Abenteuer gewagt und eine Vespatour nach Rom gestartet. Maximale Geschwindigkeit: 45 Stundenkilometer.

Haunshofen – Die Vespas sind startklar. Sieben glänzende Roller, jeder in einer anderen Farbe, parken Seit an Seit in Gabi Penzingers Hofeinfahrt und warten auf die erste große Ausfahrt. Viele Kilometer hat keiner auf dem Tacho: Jedes der 50- Kubik-Mopeds, die auf dem regennassen Asphalt besonders bunt aussehen, ist nagelneu. „Wir haben uns extra alle einen neuen Roller gekauft“, sagt Gabi Penzinger. In wenigen Minuten braust sie mit ihren Reisegefährtinnen Elisabeth Kroiher, Irmi Knott, Birgit Eckwert, Andrea Pfänder-Rid, Franzi Mayerhofer und Susanne Zach in Richtung Süden davon. Bis nach Rom.

Mit den modernen Rollern wollen die Mädels auf Nummer sicher gehen und jegliche Panne vermeiden, die auf der gut 1000 Kilometer weiten Strecke passieren könnte. Denn auch wenn sich Vespas in Italien wohl an jeder Werkstatt reparieren lassen und „der Weg das Ziel ist“, wie die Haunshofenerinnen sagen, wollen sie am Ende alle zusammen in Rom ankommen. Sie scherzen: „Für unsere ,Privataudienz’ beim Papst.“

Frauen aus Haunshofen starten Vespa-Tour nach Rom - davor haben alle neuen Roller gekauft

Schon vor einem Jahr ist die Idee für die Tour zum ersten Mal bei Gabi Penzinger und Franzi Mayerhofer aufgekeimt. Schnell konnten sie die anderen von der Vorstellung begeistern, mit dem italienischen Kultgefährt bis nach Rom zu düsen. Die Frauen, alle zwischen 55 und 64 Jahre alt, machten sich auf gemeinsame Vespa-Shopping-Tour. Und ans Planen.

Wie akribisch die Vorbereitungen vonstatten gegangen sein müssen, zeigt der Zettel, den die Frauen dabei haben. Zehn Etappen mit allen Streckenangaben und Hoteladressen sind darauf aufgelistet: vom Startpunkt Haunshofen über Tulfes, Bozen, Riva, Peschiera, Verona, Parma, La Spezia, Pisa, Grossetto und Santa Marinella bis nach Rom. Hier übernachten sie zwei Mal, bevor sie mit einem großen Bus samt Anhänger abgeholt und zurück in die Heimat gebracht werden.

„Verkehrsbehinderung hoch zwanzig“: Rollerfahrerinnen wollen Lücken zum Überholen lassen

„Am 28. August kommen wir in Rom an“, sagt Penzinger. „Also, wenn wir uns nicht verfahren.“ Freilich wären die Frauen auch für diesen Fall bestens vorbereitet. Sie haben sowohl ein Navi als auch eine Landkarte im Gepäck, die sie notfalls hervorkramen. Und im Vorhinein haben sie genau besprochen, wie sie sich auf der Straße verhalten, um keine der Mitreisenden aus Versehen zurückzulassen: „Wir bleiben immer alle beinander. Sobald eine langsamer wird, fahren wir zusammen raus.“

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Den Frauen ist bewusst, dass sie „eine Verkehrsbehinderung hoch zwanzig“ darstellen. Um es den Autos, die mit ihnen auf den Straßen unterwegs sind, leichter zu machen, wollen sie zumindest Lücken für Überholmanöver freilassen. „Nach zwei Rollern lassen wir immer Platz. Die Lkw werden es aber trotzdem schwer haben, an uns vorbeizukommen“, räumt Penzinger ein.

Tankfüllung reicht für 120 bis 150 Kilomteter

Fest steht auch, dass die Damen ausreichend Pausen einlegen. Zum Pinkeln, Rauchen, Essen – und Tanken, mindestens einmal täglich. „Mit einer Füllung kommen wir 120 bis 150 Kilometer weit. Bergauf vielleicht etwas weniger“, schätzt Penzinger.

Probleme, das Gepäck zu verstauen, hatten die Haunshofenerinnen übrigens keine. Zwar ist das Helmfach eines Rollers wahrlich überschaubar – gerade mal das Dirndl, das jede der Frauen extra für den Besuch in Rom eingepackt hat, passt hier rein. „Jede von uns hat aber noch ein Topcase und eine wasserdichte Gepäckrolle“, sagt Penzinger. Außerdem brauche man bei den hohen Temperaturen in Italien ja nicht viel mitzunehmen.

An ihrem Abreisetag müssen sich die Sieben da schon wärmer einpacken: Dicke Regenwolken lassen immer wieder einen Schauer über der Region ab. Zugegebenermaßen kein ideales Vespa-Wetter. Die Haunshofenerinnen lassen sich davon aber nicht die Laune verderben. Sie schlüpfen einfach in ihre wasserdichte Kleidung und fahren in die Sonne.

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