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Eine Gruppe legte die Strecke mit einem speziellen Fahrrad mit Platz für sieben Personen und Bierkasten zurück.
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Der neue Wielenbacher Pfarrer Martin Bestele zelebrierte den Festgottesdienst in dem Zelt, in dem   der Burschenverein  mit seinen Gästen feierte. 
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Beim Festzug gingen über 1000 Mitglieder aus mehr als 49 Vereinen, darunter mehrere mit Kapellen und Trommlerzügen, durch Haunshofen.

115 Jahre Burschenverein Haunshofen

Festzug mit 49 Vereinen im Regen

Gerade regnete es am Sonntag mal nicht, da  beschloss der Burschenverein Haunshofen, der  sein 115-jähriges Bestehen feierte, auf den Festzug durchs Dorf nicht zu verzichten. Doch kaum war der letzte der 49 Vereine vom Festgelände am Sportplatz abmarschiert, begann es heftig zu regnen.

Haunshofen –  Den Burschen und Deandln machte dies nichts aus: Sie gingen die Runde durch Haunshofen und zurück zum Festzelt, wo die Vereine, die mit geschwungenen Fahnen einzogen, vorgestellt wurden. Diese kamen nicht nur aus der Nachbarschaft, sondern reisten teils auch weit an. Den Rekord stellten die Mooshamer Burschen auf. Sie hatten laut „Frischauf“-Vorsitzendem Maximilian Steigenberger 141 Kilometer zurückgelegt. Den Festgottesdienst zelebrierte – unter den erschwerten Bedingungen im Bierzelt – Martin Bestele, der seit zwei Tagen der neue Pfarrer in Wielenbach ist.

Gegründet worden ist der „Burschenverein Haunshofen“ 1902 als Krankenunterstützungsverein. Aber schon in seiner ersten – kurz später verfassten – Satzung wird die Unterstützung kranker Mitglieder erst an zweiter Stelle genannt. Erster Zweck war es laut Satzung, den Mitgliedern aus den Orten Haunshofen, Diemendorf, Bauerbach und Monatshausen „Gelegenheit zu geben, sich untereinander in anständiger Form zu unterhalten“. So sollten die der „Moralität“ drohenden Gefahren verhindert werden sowie Heiterkeit und Frohsinn unter den Mitgliedern geweckt und gefördert werden.

Auch wenn die Burschenvereine Wert auf Tradition legen, so gehen sie doch auch mit der Zeit. Eine Besuchergruppe nahm mit einem Vehikel am Festzug teil, das im Trend der Energiewende liegt. Das Fahrrad bietet sogar mehr Platz als ein normales Auto. Bis zu sieben Personen können auf ihm Platz nehmen und gemeinsam für abgasfreien Vortrieb sorgen.

Ein anderer Trend geht zur Gründung von Dearndlvereinen. Über 100 Jahre, in denen die Burschenvereine allein der Hälfte der Jugendlichen die Möglichkeit boten, sich in den Vereinen zu betätigen, werden in jüngster Zeit immer mehr Dearndlvereine gegründet, wie Julia Risinger vom „Dearndlverein Ismaning“ feststellt. Ihr Verein war einer von drei Dearndlvereinen, die auf Einladung der Haunshofener Burschen zum Fest gekommen waren. Als Konkurrenz zu den Burschenvereinen sieht die Vorsitzende Nadine Mößbauer die neuen Vereine nicht, eher als Ergänzung. Nicht nur Burschen – einen Burschenverein gibt es in Ismaning seit 123 Jahren –, auch Dearndl wollten gemeinsam etwas unternehmen, und das gehe im Verein leichter als alleine, „auch, wenn man nur einen Tisch reservieren will“.

Vereinsziel sei der Spaß, „und den nehmen wir sehr ernst“, so Mößbauer. Und soziales Engagement ist den jungen Damen ebenso wichtig wie die Freundschaft mit den Burschenvereinen: „Zur Fahnenweihe am 10. Juni 2018 sind alle hier herzlich eingeladen.“

Alfred Schubert

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