1. Startseite
  2. Lokales
  3. Weilheim
  4. Wielenbach

Beim Blackout: Gemeinde diskutiert über den richtigen Notfallplan

Erstellt:

Kommentare

Der Wielenbacher Gemeinderat plant Vorsorge für den Fall, dass die Stromversorgung großflächig über einen langen Zeitraum ausfällt. Während der Rat dieselgetriebene Notstromaggregate einsetzen will, hält Andreas Karrer Solarstrom für die bessere Lösung.

brennendes Streichholz, Kerzenflamme
So simpel wie nützlich bei einem Stromausfall: Kerze und Streichholz. (Symbolbild) © McPhoto/A. Schauhuber /imago

Von Alfred Schubert

Wielenbach – In Wielenbach stand das Thema „Überregionaler, langandauernder Blackout: Vorsorge“ auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Die Gefahr eines Blackout steige ständig, wie Bürgermeister Harald Mansi in der Sitzungsvorlage zu diesem Thema schreibt. Dabei müsse nicht unbedingt der Gasmangel die Ursache sein, es gebe zudem noch eine zunehmende Zahl von Cyberattacken und Wetterextremen. Auch Sonnenstürme sowie menschliches und technisches Versagen dürfe man nicht vergessen. All dies könnte zu einem mehrwöchigen Stromausfall führen, durch den die gesamte Versorgung zusammenbrechen würde.

Wichtig ist laut Mansi, dass in so einer Situation die kritische Infrastruktur funktioniert. Dazu gehörten Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, die Verwaltung mit Katastrophenschutz und Bürgerinformation sowie die Feuerwehren.

Landkreisweiter Vorrat am sinnvollsten

Mansi hält es für möglich, die Stromversorgung dieser Einrichtungen mehrere Wochen über Notstromaggregate aufrecht zu erhalten. Mit fünf solchen Maschinen mit Nennleistungen von 20 bis 100 Kilowatt könnte die kritische Infrastruktur funktionstüchtig gehalten werden. Die Notstromaggregate könnte man kaufen – vorausgesetzt, sie seien lieferbar. Das eigentliche Problem stelle allerdings der Treibstoff dar. Bei einer Last von 75 Prozent würden die Motoren gut 10 000 Liter Dieselkraftstoff pro Woche verbrauchen. Hier stelle sich die Frage, woher der Diesel komme und wer ihn liefere. Die Gemeinde habe nämlich keine entsprechende Lagerkapazität. Mansi hält eine landkreisweite Bevorratung für sinnvoll, zumal der Landkreis für Katastrophenschutz zuständig sei.

Ein weiteres Problem sieht Mansi in der Sicherung der Kommunikation. Es müssten mobile Anlagen angeschafft werden, mit denen wenigstens ein Notbetrieb für die Verwaltung und die Feuerwehr aufrechterhalten werden kann. Wichtig ist laut Mansi auch die Schaffung von Treffpunkten für die Bevölkerung. Diese könnten im Dorfgemeinschaftshaus in Haunshofen und im Rathaus mit Bürgersaal in Wielenbach eingerichtet werden. Dafür müsste aber noch ein Flüssiggastank für das neue Rathaus installiert werden, der die Versorgung der Gasheizung übernimmt.

Jeder muss privat vorsorgen

Unabhängig davon muss laut Mansi jeder Bürger selbst dafür sorgen, dass er für den Notfall genügend Wasser, Lebensmittel, Taschenlampen und Batterien einlagert. Die Gemeinde sei dafür nicht zuständig.

Nicht zufrieden mit dem Notfallplan ist Andreas Karrer. Den Strom mit Hilfe von Dieselkraftstoff zu erzeugen, sei nur eine Verlagerung des Problems, keine Lösung. Der Energiereferent der Gemeinde hält es für sinnvoller, die vorhandenen Photovoltaik-Anlagen, wie etwa die Freiflächen-PV-Anlage der Energiegenossenschaft, für die lokale Stromversorgung zu nutzen. Außerdem habe Wielenbach die Ammer, deren Wasserkraft man für die Stromerzeugung nutzen könne. Regenerative Stromerzeugung zur Einspeisung in ein lokales Netz oder einzelne direkte Leitungen zu wichtigen Verbrauchern hält er für besser als den alleinigen Einsatz von Notstromaggregaten.

Auch interessant

Kommentare