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Bernd (l.) und Monika Großkopf (r.) waren zum 50. mal im Gasthof „Guggemos“ in Wilzhofen einquartiert. Maria und Urban Guggemos (h.v.l.) sowie zweiter Bürgermeister Lorenz Thumann gratulierten. 

Ehepaar Großkopf macht seit 50 Jahren Urlaub in Wilzhofen

Übernachtungsgenehmigung vom Pfarrer

Wilzhofen – Als sie 1968 zum ersten Mal nach Wilzhofen fuhren, um dort Urlaub zu machen, war das noch eine Auslandsreise, wie sich Monika und Bernd Großkopf erinnern. Die beidem, die damals 21 und 22 Jahre alt waren, lebten nämlich noch nicht in Deutschland, sondern in der „Selbständigen politischen Einheit Westberlin“. Mit dem 34 PS starken Käfer traten sie die Reise durch die Deutsche Demokratische Repubik (DDR) an, um in die Bundesrepublik Deutschland zu kommen.

Zehn Stunden dauerte die Fahrt nach Wilzhofen, denn in der DDR „war Tempo 100, nicht Tempo 101“, so Bernd Großkopf zur Geschwindigkeitsüberwachung im Arbeiter- und Bauernstaat. Hinzu kamen die Grenzkontrollen, die im Schnitt eine Stunde dauerten. In Wilzhofen angekommen gefiel den Berlinern das Dorf so gut, dass sie seither jedes Jahr wieder hier Urlaub machen. Anfangs hatte die damalige Wirtin Franziska Guggemos ein ernstes Problem mit den Gästen, wie sich Maria Guggemos erinnert: „Die beiden waren nicht verheiratet.“ In ihrer Gewissensnot habe sich die Wirtin beim Pfarrer Rat geholt. Der habe gemeint, sie werde das schon richtig machen. Und so vermietete sie den jungen Leuten eins ihrer vier Zimmer, im dem die Betten getrennt standen.

Inwischen sind die beiden seit 45 Jahren verheiratet und kommen immer noch nach Wilzhofen, wo sie inzwischen viele Freunde gefunden haben. Bernd Großkopf: „Es sind sogar schon Ringer aus Wilzhofen nach Berlin gekommen, um uns daheim zu besuchen. Die beiden wollen auch künftig wieder kommen, und das obwohl sie immer wieder zu hören bekommen, dass die Berliner viel ungebildeter seien als die Wilzhofener. Dies würden schon die Geografiekenntnisse belegen: Jeder Wilzhofener wisse, wo Berlin sei, aber fast kein Berliner wisse, wo Wilzhofen sei, so ein „running gag“, den die beiden immer wieder zu hören bekommen.

Zum Jubiläum erhielten die Berliner ein dickes Buch von der Gemeinde, das ihnen Vize-Bürgermeister Lorenz Thumann zusammen mit einer Urkunde überreichte. In diesem Werk über den Pfaffenwinkel sollen sogar Sehenswürdigkeiten verzeichnet sein, die die beiden Stammgäste noch nicht besucht haben.

Alfred Schubert

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